Alaska Airlines Milk Run, Teil 2

Der Alas­ka Air­lines Milk Run ver­bin­det vie­le klei­ne Orte im Süden von Alas­ka. Nach mei­nem Flug von Seat­tle über Ket­chi­kan nach Wran­gell geht es für mich nur über Peters­burg wei­ter nach Juneau, der Haupt­stadt von Alaska.

Alaska Airlines Milk Run – Wrangell nach Petersburg

Der Auf­ent­halt in Wran­gell dau­ert heu­te etwas län­ger, denn auch wenn nur weni­ge Pas­sa­gie­re ein- und aus­stei­gen, wird hier an jedem Stopp viel Fracht umge­schla­gen. Nicht nur die Post, son­dern Waren aller Art wer­den eben­falls über den Luft­weg trans­por­tiert. Ich schaue mich in der Zwi­schen­zeit etwas um, aller­dings kann ich nicht wei­ter als bis zur Tür gehen, Aus­stei­gen ist auch hier nicht möglich.

Dafür aber ein Blick ins Cock­pit, denn auf der Rou­te geht es recht fami­li­är und freund­lich zu. Die Cock­pit­crew ist nicht hin­ter der Cock­pit­tür ver­schanzt, son­dern unter­hält sich auch ger­ne kurz mit den Pas­sa­gie­ren. Leu­te wie mich, die die­se Strecke rein aus Inter­es­se flie­gen, gibt es doch immer wie­der und so gibt es auch genü­gend Gesprächsthemen.

Schließ­lich geht es aber doch wei­ter und wäh­rend wir uns auf den Start vor­be­rei­ten, unter­hal­te ich mich noch ein wenig mit mei­ner Sitz­nach­ba­rin. Sie ist eigent­lich aus Michi­gan, doch wäh­rend eines Stu­den­ten­jobs in Alas­ka hän­gen geblie­ben, der Lie­be wegen, denn hier hat sie ihren Mann ken­nen­ge­lernt, der in der Fische­rei arbeitet.

Als wir abhe­ben, erklärt mir mei­ne Sitz­nach­ba­rin noch, dass dies einer der spek­ta­ku­lär­sten Abschnit­te des Milk Runs ist. Da die rei­ne Flug­zeit nach Peters­burg nur rund drei­zehn Minu­ten dau­ert, wer­den wir kaum höher als 1000 Meter stei­gen und dabei auch noch einen Fjord passieren.

Alas­ka Air­lines 65 
Wran­gell (WRG) – Peters­burg (PSG)
Abflug: 10:45 Uhr
Ankunft: 11:05 Uhr 
Dau­er: 0:20 Stunden
Flug­zeug: Boe­ing 737
Sitz: 1F (First Class)

Ich bin schon gespannt und hof­fe auf wenig­stens eini­ger­ma­ßen gute Sicht. Doch was dann kommt, über­trifft selbst die Erwar­tun­gen mei­ner Sitz­nach­ba­rin, die die­se Strecke regel­mä­ßig fliegt.

Im Gegen­satz zu mir merkt sie aber sofort, dass wir heu­te anders flie­gen. Wir star­ten nicht direkt in Rich­tung Peters­burg, sodass wir eine Run­de flie­gen müs­sen und die bie­tet spek­ta­ku­lä­re Aus­blicke auf die klei­ne Sied­lung mit­ten im Nir­gend­wo des süd­li­chen Alaskas.

So kann ich dann schließ­lich sogar Wran­gell und den Flug­ha­fen, von dem wir gera­de abge­ho­ben haben, aus der Luft sehen.

Wei­ter geht der Flug über eine fas­zi­nie­ren­de Land­schaft, die immer wie­der durch die Wol­ken­lücken zu sehen ist. Dies ist das Ende eines Glet­schers, der irgend­wo im Hin­ter­land regel­mä­ßig in die Bucht kalbt.

An den Küsten kann ich sogar klei­ne Eis­ber­ge ent­decken, die aus der Luft zwar wie Spiel­zeug wir­ken, bei nähe­rer Betrach­tung aber sicher­lich ziem­lich gro­ße sein würden.

Lei­der zieht es sich dann wie­der immer mehr zu, sodass ich nicht sehr viel sehen kann. Und kaum sind wir in der Luft, set­zen wir sowie­so schon wie­der zur Lan­dung an. Die­ser Flug gehört defi­ni­tiv zu den kür­ze­sten, die ich je unter­nom­men habe.

Die Lan­dung geht dann rasant, denn viel Höhe muss­ten wir bei die­ser kur­zen Strecke ja nicht ver­lie­ren. Ich habe noch einen flüch­ti­gen Blick auf eini­ge Häu­ser, eine Stra­ße und den klei­nen Flug­ha­fen, dann set­zen wir bereits in Peters­burg auf.

Zu den Pas­sa­gie­ren, die die­ses Mal die Maschi­ne ver­las­sen, gehört lei­der auch mei­ne Sitz­nach­ba­rin, denn sie ist nun zu Hau­se ange­kom­men. Für mich geht es aber wei­ter, sodass ich erst ein­mal sit­zen blei­be. Als der letz­te Pas­sa­gier von Bord ist, bin ich aber zurück an der Tür um zu schau­en, wie es denn hier aus­sieht. Der Ter­mi­nal ist auch hier win­zig und anson­sten gibt es eben­falls nur eini­ge klei­ne Han­gars. Peters­burg, das am nörd­li­chen Ende von Mit­kof Island im Alex­an­der­ar­chi­pel liegt, hat nicht ein­mal ganz 3000 Ein­woh­ner, von denen die mei­sten auch heu­te noch im Fisch­fang tätig sind.

Alaska Airlines Milk Run – Petersburg nach Juneau

Ein letz­tes Mal für heu­te beob­ach­te ich den Pas­sa­gier­wech­sel. Es ist doch immer wie­der erstaun­lich, wie vie­le Men­schen hier unter­wegs sind. Aber das Flug­zeug ist für sie nicht nur der Weg in den Urlaub, son­dern eher wie Bus­fah­ren, zur Arbeit, zum Ein­kau­fen oder auch zum Arzt. Eben eine Nabel­schnur zur Außenwelt.

Wer sich übri­gens wun­dert, war­um das Flug­zeug, in dem ich unter­wegs bin, grün ist, dem sei gesagt, dass das eine Son­der­lackie­rung ist. Nor­ma­ler­wei­se sind die Maschi­nen von Alas­ka Air­lines weiß und nur mit dem blau­en Logo ver­ziert. Die­se hier aber trägt eine Lackie­rung zu Ehren der Port­land Tim­bers, einem Fuß­ball­team aus der größ­ten Stadt in Oregon.

Nach dem recht kur­zen Pas­sa­gier­wech­sel sind wir dann auch zügig wie­der auf dem Weg in Rich­tung Juneau. Wir haben etwas Ver­spä­tung, da das Ent­la­den der Fracht doch etwas län­ger gedau­ert hat. Nun müs­sen wir uns etwas beei­len und Zeit auf­ho­len, denn der Tag für die Crew ist noch lang.

Zur Start­bahn geht es dann schon mal wie­der ziem­lich schnell. Wir sind der­zeit die ein­zi­ge Maschi­ne, die hier abge­fer­tigt wird. Einen Stau, wie man ihn von gro­ßen Flug­hä­fen kennt, gibt es hier nicht. Viel­mehr ist das Wet­ter zu beach­ten, das auch heu­te zwi­schen Son­ne, Wol­ken und Regen­güs­sen schwankt.

Alas­ka Air­lines 65 
Peters­burg (PSG) – Juneau (JNU)
Abflug: 11:55 Uhr
Ankunft: 12:35 Uhr 
Dau­er: 0:40 Stunden
Flug­zeug: Boe­ing 737
Sitz: 1F (First Class)

Eini­ge Minu­ten spä­ter geht es auch schon los. Wir dre­hen am Ende der Start­bahn und beschleu­ni­gen. Sekun­den spä­ter sind wir bereits in der Luft und haben Peters­burg wie­der verlassen.

Lei­der ist zunächst nicht sehr viel zu sehen, denn die Wol­ken hän­gen wie­der tief und dicht. Aber eine paar Aus­blicke kann ich doch erhaschen.

Da die­ser Flug wie­der etwas län­ger dau­ert, gibt es an Bord zumin­dest noch ein­mal eine Geträn­ke­run­de. Die­ses Mal aber für alle im Pla­stik­be­cher, da dann das Ein­sam­meln schnel­ler geht und die Crew nach der First auch die Eco­no­my gleich bedie­nen kann.

Für ein paar Minu­ten sind dann wie­der nur Wol­ken zu sehen, doch plötz­lich gibt es immer wie­der Lücken, durch die ich erken­nen kann, dass wir recht dicht über den Spit­zen der Ber­ge unter uns fliegen.

Irgend­wann sind dann auch wie­der die ersten Spu­ren der Zivi­li­sa­ti­on zu sehen, als ich eine Stra­ße auf einer der Inseln entdecke.

Nun dau­ert es nicht mehr lang und die ersten Gebäu­de von Juneau sind zu sehen. Die Haupt­stadt Alas­kas gehört auch zu jenen Orten, die nur mit dem Schiff oder dem Flug­zeug erreich­bar sind. Einen Land­weg gibt es auf­grund der kana­di­schen Eis­fel­der und vie­len Glet­scher nicht. Male­risch liegt der Ort mit sei­nen rund 30.000 Ein­woh­nern ent­lang eines Fjor­des und zwi­schen zwei Gebirgs­zü­gen am Fuße des 1.164 Meter hohen Mount Roberts.

Im Jahr 1881 wur­de die Stadt von Sied­lern gegrün­det und wie man heu­te weiß, nicht unbe­dingt in bester Lage, denn auch in Juneau reg­net es über­durch­schnitt­lich viel. Die Urein­woh­ner haben ihre Sied­lun­gen an eher trocke­nen Orten gegrün­det, denn auch die gibt es in der Regi­on. Doch die Sied­ler haben da ihren eige­nen Kopf gehabt und nun das Nachsehen.

Der Nie­der­schlag, den ich aus dem Fen­ster sehe, ist aber nicht mal nur Regen, son­dern Schnee. Immer wie­der ent­decke ich Stel­len, die wie von Puder­zucker über­zo­gen aus­se­hen. Ein Stück wei­ter ist der Zau­ber schon wie­der vor­bei und der Aggre­gat­zu­stand des Nie­der­schla­ges ändert sich zurück zu Regen.

Die letz­ten paar Meter des Lan­de­an­flu­ges sind dann noch ein­mal rich­tig toll, denn wir flie­gen im Tief­flug über die Men­den­hall Wet­lands, ein Natur­schutz­ge­biet, dass sich zwi­schen der Stadt und Dou­glas Island befindet.

Sanft set­zen wir auf der Land­bahn des Flug­ha­fens von Juneau auf. Aus dem Fen­ster kann ich schon den Ter­mi­nal sehen, der hier sogar über vier Flug­gast­brücken und einen klei­nen Tower verfügt.

Als wir näher kom­men, kann ich erken­nen, dass auch wir nun an einer die­ser Flug­gast­brücken andocken wer­den und als die Anschnall­zei­chen erlö­schen, erhe­be ich mich die­ses Mal sofort aus mei­nem Sitz und schnap­pe mir mei­ne Taschen, denn jetzt heißt es auch für mich aus­stei­gen. Mein erster Flug auf dem Alas­ka Milk Rund endet hier und vor mir lie­gen nun erst ein­mal span­nen­de Tage in Juneau.

Alaska Airlines Milk Run – Fazit

Mit mei­ner Lan­dung in Juneau ist der erste Teil des Milk Run Adven­tures nun vor­bei und ich bin abso­lut hin und weg. Auch wenn ich lei­der kei­ne idea­len Wet­ter­be­din­gun­gen hat­te, so hat mich die­ser Flug doch rest­los begei­stert. Vie­le klei­ne Ein­drücke kön­nen die Bil­der so gar nicht wie­der­ge­ben, das muss man ein­fach erlebt haben. Span­nend sind aber auch die Geschich­ten, die ich von Crew und Pas­sa­gie­ren mit­be­kom­men habe. Es ist schon ein beson­de­rer Schlag Men­schen, der hier drau­ßen am Ran­de der Wild­nis lebt und durch die moder­ne Tech­nik inzwi­schen doch gut mit dem Rest der Welt ver­knüpft ist.

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Betty

Es gibt nichts, was ich mehr liebe als die Welt zu bereisen. Immer mit dabei ist meine Kamera, wenn ich spannende Abenteuer erlebe und neue Reiseziele erkunde. Das Reisen bereitet mir so viel Freude, dass ich nun auch meine Leser an meinen Erlebnissen und Erfahrungen teilhaben lassen möchte.

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