Gut Hohen Luckow, Mecklenburg-Vorpommern

Gut Hohen Luckow ist ein Herrenhaus mit Landschaftspark und Ländereien, die noch heute bewirtschaftet werden. So ist eine interessante Mischnutzung zwischen Tourismus und Landwirtschaft entstanden, die in der Umgebung ihres Gleichen sucht.

Sie überwachen die Einfahrt zum Gut, die zwei Eber, die das Tor flankieren und zwischen ihnen den Blick auf das beeindruckende Herrenhaus freigeben. Hohen Luckow wurde 1707 von Christoph von Bassewitz erbaut, doch das Anwesen war schon viel länger im Besitz der Familie. Bereits im 14. Jahrhundert siedelten die von Bassewitz auf diesem Land, das bis 1810 in der Familie vererbt wurde.

Nach den von Bassewitz wechselte das Gut zunächst mehrmals den Besitzer, bis es 1840 in den Besitz der Familie von Brocken kam. Deren berühmtester Vertreter ist der angeheiratete Carl-Friedrich von Langen, der bei den Olympischen Spielen 1928 Gold im Dressurreiten gewann. Bis zum Jahr 1945 blieb Hohen Luckow im Besitz der Familie, bevor es enteignet und in ein volkseigenes Gut der DDR umgewandelt wurde. Dadurch konnte aber das Herrenhaus zumindest gut erhalten werden und es wurde sogar restauriert, denn die Verwaltung des Gutes war hier untergebracht.

In den historischen Stallungen, von denen eine direkt seitlich des Eingangs zu finden ist, waren weiterhin Rinder untergebracht und sind es noch heute, wie Besucher auf einem Rundgang erleben können.

Das Gut, das seit 1994 wieder in Privatbesitz ist und als landwirtschaftlicher Betrieb fungiert, ist auch für Besucher geöffnet. Die Außenbereiche können auf eigene Faust besichtigt werden, das Gebäude selbst ist allerdings nur zu bestimmten Anlässen oder nach Voranmeldung geöffnet.

Von der Hofeinfahrt führt der Weg über eine schöne Allee bis zum Herrenhaus. Am Rande sind verschiedene Nebengebäude zu finden, in denen heute Mitarbeiter des Gutes leben.

Das ockerfarbene Herrenhaus wurde ursprünglich im barocken Stil erbaut. Die zwei Türme fügte man erst im 19. Jahrhundert hinzu. Der wohl prunkvollste Raum ist der große Rittersaal, der besonders wegen seines reichhaltigen Stucks sowie der Wandvertäfelung mit den Wappen der Familie von Bassewitz bekannt ist. Hier finden auch mehrmals jährliche kulturelle Veranstaltungen statt und 2007 trafen sich sogar die Mitglieder des G8 Gipfels im Saal.

Während meines Besuchs wurde die große Rasenfläche vor dem Haus von einigen Pferden bevölkert, die sich von den Besuchern allerdings nicht stören ließen.

Neben dem Herrenhaus sind noch einige weitere Gebäude zu finden, in denen heute Arbeitsbereiche des Gutes untergebracht sind. Ein Teil ist aber auch für Besucher ausgebaut, die hier eine kleine Ausstellung sowie ein Café vorfinden, das aber nur an Werktagen geöffnet ist.

In einem Teil des Herrenhauses sind auch Ferienunterkünfte zu finden, die von Urlaubern gemietet werden können. Ebenso werden im Rittersaal Hochzeiten abgehalten.

Hinter dem Herrenhaus erstreckt sich ein weitläufiger Park, der zuerst im Barockstil angelegt, später aber in einen englischen Landschaftspark umgewandelt wurde.

Schön zu sehen sind von der Gartenseite besonders die zwei Türme des Herrenhauses, die erst im 19. Jahrhundert angebaut wurden.

Heute bietet der Park von Hohen Luckow auch eine Ausstellungsfläche für Künstler, deren Werke an verschiedenen Orten zu finden sind. Die Unternehmerfamilie Merckle, der das Gut seit 1994 gehört, hat vor allem Skulpturen mecklenburgischer Künstler aufgekauft und ausgestellt.

Einige Skulpturen im Park sind sogar schon in der Vorwendezeit entstanden wie der schreiende Hengst von Joachim Jastram aus dem Jahr 1986. Der Künstler lebte und arbeitete von 1920 bis 2011 in Mecklenburg.

Verschlungene Wege führen durch den Park, in dem über vierzig verschiedene Baumarten zu finden sind und der immer wieder interessante Ausblicke auf das Herrenhaus und die umliegende Landschaft bietet.

In einer der Sichtachsen ist das wohl größte Kunstwerk im Park zu finden. Zwischen Himmel und Erde ist der Titel dieser zwei dreißig Meter hohen, schwingenden Metallstäbe, die in Granitblöcken verankert sind.

Weitere Kunstwerke sind auch im Herrenhaus zu finden. Dazu gehört eine wertvolle Terrinen Sammlung, die sich im Ulmer Salon befindet. Als Übernachtungsgast kann hier übrigens das Frühstück eingenommen werden. Ansonsten ist die Besichtigung nur nach Anmeldung möglich.

Gleich neben dem Gut befindet sich noch ein weiteres historisches Schmuckstück, das ebenfalls zur Anlage gehört, die Patronats- und Dorfkirche Hohen Luckow. Einen ersten Kirchenbau gab es hier vermutlich schon um 1244, die heutige Kirche wurde 1308 begonnen.

Nachdem Christoph von Bassewitz nebenan das Herrenhaus errichtet hatte, stiftete er den wunderschönen Altar, der im fränkischen Barock gestaltet wurde. Auch wenn die Kirche geschlossen ist, kann durch ein Guckloch in der Tür ein Blick ins Innere geworfen werden.

Die Kirche ist von einem kleinen Dorffriedhof umgeben, auf dem noch heute die Gräber einiger Gutsbesitzer und deren Verwandten zu finden sind.

Das Gut selbst ist täglich zu besichtigen und der Eintritt in den englischen Landschaftsgarten ist frei. Nur eine Besichtigung des Herrenhauses bedarf einer telefonischen Voranmeldung bei der Gutsverwaltung.

Schloss Hohen Luckow
Rostocker Straße 23, 18239 Hohen Luckow
Telefon: 038295 765-0

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Betty

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