Schloss Neuhardenberg, Neuhardenberg, Brandenburg

Das Schloss Neu­har­den­berg im Osten von Bran­den­burg war ein der Stamm­sitz der Fami­lie von Har­den­berg. Noch heu­te gibt es Zeug­nis­se der Fami­lie zu ent­decken, auch wenn die­se das Anwe­sen inzwi­schen auf­ge­ge­ben hat.

Schon die Zufahrt zum Schloss Neu­har­den­berg ist impo­sant. Das Ensem­ble erstreckt sich direkt im Her­zen des gleich­na­mi­gen Ortes und doch bil­det es eine eigen­stän­di­ge Ein­heit. Der Obe­lisk auf dem Vor­platz erin­nert dar­an, wie die Fami­lie von Har­den­berg zu die­sem Besitz kam.

Der preu­ßi­sche König Fried­rich Wil­helm III. schenk­te Ort und Schloss im Jahr 1814 sei­nem in den Für­sten­stand erho­be­nen Karl August Fürst von Hardenberg.

Das Haupt­ge­bäu­de im Stil des Klas­si­zis­mus ent­stand aus einem Vor­gän­ger­bau, der um 1780 für Joa­chim Bern­hard von Prit­t­witz ent­stand. Das heu­ti­ge Schloss wur­de in den Jah­ren 1820 bis 1823 nach den Plä­nen von Karl Fried­rich Schin­kel erbaut und war so auch schon im histo­ri­schen Dun­cker abgebildet.

Die Ähn­lich­keit zu heu­te ist ver­blüf­fend. Es scheint fast so, als hät­te sich das Gebäu­de gar nicht ver­än­dert und doch hat es eine wech­sel­vol­le Geschich­te hin­ter sich. Bis 1944 leb­te die Fami­lie auf dem Anwe­sen, doch nach dem miss­lun­ge­nen Atten­tat wur­de Schloss­herr Carl-​Hans Graf von Har­den­berg von den Natio­nal­so­zia­li­sten ent­eig­net. Die­se Ent­eig­nung wur­de nur ein Jahr spä­ter durch die Boden­re­form bestä­tigt. Das Schloss dien­te bis Mit­te der 1970er Jahr als Schul­haus und stand danach vie­le Jah­re leer.

Eine erste Reno­vie­rung des Gebäu­des fand inter­es­san­ter­wei­se schon in den 1980er Jah­ren statt, bevor Schloss und Park 1996 an die Fami­lie von Har­den­berg rück­über­tra­gen wur­den. Die­se hat­te ihren Wohn­sitz jedoch bereits in die Kom­tu­rei Liet­zen ver­legt und ver­kauf­te das gesam­te Ensem­ble an den Deut­schen Sparkassen- und Giro­ver­band. Die­ser grün­de­te eine Stif­tung, in die das Schloss über­führt wur­de. Es folg­te eine umfas­sen­de Sanie­rung sowie im Jahr 2002 die fei­er­li­che Eröff­nung als Ver­an­stal­tungs­ort und Hotel.

Hin­ter dem Schloss erstreckt sich ein weit­läu­fi­ger Land­schafts­park, der ab 1821 von Her­mann Fürst von Pückler-​Muskau unter Mit­ar­beit von Peter Joseph Len­né gestal­tet wur­de. In den 1990er Jah­ren wur­de der Park auf­wen­dig saniert und erstrahlt so wie­der wie von den Land­schafts­ar­chi­tek­ten vor zwei­hun­dert Jah­ren gestaltet.

Auf einer Insel im Park befin­det sich das erste Denk­mal, das je für Fried­rich den Gro­ßen auf­ge­stellt wur­de. Ver­ant­wort­lich zeigt sich der Luc­che­ser Bild­hau­er Giu­sep­pe Mar­ti­ni, der die Sta­tue nach Ent­wür­fen von Johann Wil­helm Meil geschaf­fen hat.

In eini­gen der Neben­ge­bäu­de des Schlos­ses ist inzwi­schen eine Aus­stel­lung zu sehen, ande­re wer­den als Hotel genutzt. Ins­ge­samt gibt es 54 Zim­mer und zwei Sui­ten, die sich im histo­ri­schen Schloss befinden.

Neben dem Schloss befin­det sich die eben­falls restau­rier­te Oran­ge­rie, die einst zur Über­win­te­rung exo­ti­scher Pflan­zen gebaut wur­de und heu­te für Ver­an­stal­tun­gen genutzt wer­den kann.

Gleich neben der Schloss­zu­fahrt steht die bereits 1801 von Karl Fried­rich Schin­kel geschaf­fe­ne Dorf­kir­che. Ein Vor­gän­ger­bau muss­te nach einem Brand wie­der­auf­ge­baut wer­den und der damals noch jun­ge Archi­tekt beschäf­tig­te sich mit dem Vor­ha­ben. Fest­lich ein­ge­weiht wur­de das Got­tes­haus am 31. Okto­ber 1817, genau 300 Jah­re nach­dem Mar­tin Luther sei­ne 95 The­sen an die Schloss­kir­che zu Wit­ten­berg geschla­gen hatte.

Nach­dem der Staats­kanz­ler von Har­den­berg bereits 1823 ver­stor­ben war, wur­de für ihn auf der Rück­sei­te der Kir­che ein Mau­so­le­um errich­tet. Sein Herz aller­dings ist unter dem Altar der Kir­che beigesetzt.

Inzwi­schen haben auf dem klei­nen Fried­hof vor dem Mau­so­le­um vie­le Mit­glie­der der Fami­lie von Har­den­berg ihre letz­te Ruhe gefun­den. Seit 1991 ist auch die Urne von Carl-​Hans Graf von Har­den­berg hier­her zurück­ge­kehrt, nach­dem er bereits 1958 in Frankfurt/​ Main ver­stor­ben war.

Die Außen­be­rei­che von Schloss Neu­har­den­berg sind täg­lich zur Besich­ti­gung offen, wäh­rend das Schloss nur sonn­tags gegen Ein­tritt zugäng­lich ist.

Schloss Neu­har­den­berg
Schin­kel­platz, 15320 Neuhardenberg

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Betty

Es gibt nichts, was ich mehr liebe als die Welt zu bereisen. Immer mit dabei ist meine Kamera, wenn ich spannende Abenteuer erlebe und neue Reiseziele erkunde. Das Reisen bereitet mir so viel Freude, dass ich nun auch meine Leser an meinen Erlebnissen und Erfahrungen teilhaben lassen möchte.

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