Schloss Hoppenrade, Löwenberger Land, Brandenburg

Schlösser und Herrenhäuser zu besuchen ist eine meiner Leidenschaften. Doch nicht nur in der Ferne gibt es lohnenswerte Ziele, auch in der Heimat gibt es das ein oder andere Kleinod. An einem schönen Sommertag habe ich das Schloss Hoppenrade besucht, das heute wieder in altem Glanz erstrahlt.

Eine Allee mit alten, knorrigen Bäumen führte einst zum Schloss Hoppenrade und auch wenn Teile des Grundstücks heute abgetrennt sind und eine andere Verwendung haben, die Zufahrt selbst ist noch immer erhalten.

Die Allee mündet in einen alten Burggraben, der heute nur noch auf dieser Seite des Grundstücks erhalten ist. Einst umschloss er aber das gesamte Anwesen, denn früher stand hier eine Wasserburg, die vermutlich Hans von Bredow in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts bauen ließ.

Über den Burggraben führt heute eine steinerne Brücke, die aber heute mehr Zierde denn Zugang zum Anwesen ist.

Es war das Jahr 1460, als die Familie von Bredow in den Besitz von Hoppenrade kam und spätestens 1541 gab es hier einen Rittersitz. Doch im Jahr 1723 wurde das alte Gebäude abgetragen und eine zunächst eingeschossige Dreiflügelanlage gebaut. Um 1800 bekam der Haupttrakt dann noch ein zweites Geschoss.

Das Schloss Hoppenrade wurde so zu einer der bedeutendsten barocken Anlagen im Land Brandenburg und wechselte erstmalig 1788 wieder den Eigentümer, nachdem die Linie der von Bredows in Löwenberg keine männlichen Nachkommen mehr hatten. Zu jener Zeit gelangte Hoppenrade in den Besitz der Familie Arnstedt, beziehungsweise der eingeheirateten Charlotte von Kraut. Sie war für einige Skandale bekannt und wurde von Theodor Fontane in seinem Buch “Fünf Schlösser” verewigt.

Fontane selbst kam aber erst viele Jahre nach dem Tod der Charlotte von Kraut hierher, die bereits 1819 verstarb. Der Schriftsteller besuchte das Schloss erst 1861. Da gehörte das Gut schon der Familie von Heyden-Linden, die von 1860 bis 1872 Eigentümer waren. Danach gehörte Hoppenrade bis zur Enteignung 1945 den Freiherren von Werthern.

Zu Zeiten der DDR stand das Schloss teilweise leer oder wurde unterschiedlich genutzt. So waren hier zeitweise der Rat der Gemeinde, ein Konsum, Jugendclub, Gemeindesaal, die Kneipe und sogar eine Obstannahmestelle zu finden. Nach der Wende erwarb im Jahr 1992 ein Berliner Unternehmer das Anwesen und restaurierte es. Zwanzig Jahre später werden Julian Graf von Hardenberg und seine Frau Donata zu den neuen Besitzern, die das Schloss als Wohnsitz nutzen.

Zurück zu meinem Auto nehme ich die heutige Zufahrt zum Anwesen, die seitlich zur Parkstraße verläuft und auch der Hauptweg in den öffentlichen Teil des Parks ist.

An der Parkstraße befindet sich eine Informationstafel, die mehr zum Schloss und einer ganz besonderen Kuriosität erzählt, die bei Bauarbeiten gefunden wurde.

Der Sage nach soll Schloss Hoppenrade, wie viele andere Schlösser, einen unterirdischen Geheimgang besessen haben. Bewiesen ist das jedoch nicht. Was allerdings bei der Sanierung der Parkstraße im Jahr 2004 gefunden wurde, war ein rund siebzig Meter langer Ziegeltunnel unter der Straße, der aber wohl eher eine Art Kanalisation war. Noch heute befinden sich seine Reste unter der neugebauten Straße.

Mein Ausflug nach Hoppenrade hat mir sehr gut gefallen und ein weiteres der Schlösser der Mark Brandenburg näher gebracht. Einst war das Herrenhaus Zentrum eines Rittergutes, später ein Treffpunkt der Adligen und heute ist es wieder Wohnsitz, ganz so wie vor rund 250 Jahren, als es erbaut wurde. Und wem das Schloss jetzt doch bekannt vorkommen sollte, der hat vielleicht die Verfilmung von Theodor Fontanes Effi Briest gesehen. Einige Szenen des 2007 entstandenen Filmes wurden genau hier in Hoppenrade gedreht.

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Betty

Es gibt nichts, was ich mehr liebe als die Welt zu bereisen. Immer mit dabei ist meine Kamera, wenn ich spannende Abenteuer erlebe und neue Reiseziele erkunde. Das Reisen bereitet mir so viel Freude, dass ich nun auch meine Leser an meinen Erlebnissen und Erfahrungen teilhaben lassen möchte.

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