Schlösser und Herrenhäuser rund um Kremmen, Oberhavel, Brandenburg

Um Schlös­ser und Her­ren­häu­ser zu besu­chen, muss ich nicht immer weit fah­ren. Auch in mei­ner nähe­ren Umge­bung gibt es eini­ge schö­ne Exem­pla­re. Auf die­ser Tour war ich rund um die Acker­bür­ger­stadt Krem­men unter­wegs und habe bekann­te und weni­ger bekann­te ehe­ma­li­ge Adels­sit­ze besucht.

Schloss und Wasserburg Vehlefanz

Mei­ne Rund­fahrt zu Schlös­sern und Her­ren­häu­sern rund um Krem­men star­tet in Veh­le­fanz, einem Orts­teil der Gemein­de Ober­krä­mer. Der klei­ne Ort war­tet gleich mit zwei histo­ri­schen Gebäu­den auf. Zum einen ist hier das Schloss Veh­le­fanz zu fin­den, das weit­läu­fig auch als Amts­haus bekannt ist. Erbaut wur­de es im Jahr 1765 erbaut und beher­bergt heu­te Woh­nun­gen. Eine Restau­rie­rung von Fas­sa­de und Dach steht aller­dings noch aus. Der bekann­te­ste Gast des Hau­ses war wohl 1812 Napo­le­on, der das Amts­haus kur­ze Zeit als Haupt­quar­tier nutzte.

Gleich hin­ter dem Schloss sind die Reste einer alten Was­ser­burg zu fin­den. Um 1375 wur­de die Fami­lie von Rede­rn Eigen­tü­mer von Veh­le­fanz und erbau­te hier eine neue Was­ser­burg, da die alte Hoch­burg nicht mehr bewohn­bar war. Erhal­ten sind heu­te nur noch ein klei­ner Rund­turm sowie ein Stück Mauer.

Bei der Burg han­del­te es sich um eine für die­se Gegend sel­te­ne Turm­hü­gel­burg, die einst aus einem über sie­ben Meter hohen Turm­hü­gel bestand und von einem rund sie­ben Meter brei­ten Burg­gra­ben umge­ben war, der aller­dings 1897 zuge­schüt­tet wurde.

Schloss Schwante

Eben­falls zu Ober­krä­mer gehört Schwan­te, wo sich das gleich­na­mi­ge Schloss befin­det. Schön zu sehen vor dem Gebäu­de ist noch heu­te die alte Zufahrt, die von hohen Bäu­men gerahmt ist. Genutzt wird sie aller­dings nicht mehr. Bis 2019 war das Schloss rela­tiv gut öffent­lich zugäng­lich, da es als Theater- und Kunst­stät­te genutzt wur­de. Nach einem Ver­kauf ist es jetzt aller­dings wie­der Wohn­sitz und so recht weit­läu­fig abgesperrt.

Die zwei­ge­schos­si­ge Drei­flü­gel­an­la­ge wur­de von 1741 bis 1743 unter dem Guts­be­sit­zer Eras­mus Wil­helm von Rede­rn erbaut und steht auf den Fun­da­men­ten eines 1618 erbau­ten Festen Hau­ses, von dem heu­te noch Reste im Kel­ler­ge­wöl­be zu sehen sind.

Ein­ge­schränkt öffent­lich zugäng­lich ist aller­dings noch der Schloss­park. Zum einen führt ein öffent­li­cher Weg um das Gelän­de, zum ande­ren haben die neu­en Besit­zer hier einen Skulp­tu­ren­park ein­ge­rich­tet, der gegen Ein­tritt erleb­bar ist.

Gutshaus Beetz

Im Her­zen des Dor­fes Beetz befin­det sich das alte Guts­haus, das 1809 erbaut wur­de. Im Jahr 1854 wur­de ein zwei­ge­schos­si­ge Anbau hin­zu­ge­fügt. Das Haus wird heu­te als Schu­le genutzt und ist so nur von der Stra­ße zu besichtigen.

Gut Staffelde

Heu­te erstrahlt Gut Staf­fel­de wie­der im alten Glanz, doch das war lan­ge Zeit nicht so. Im Jahr 2012 lan­de­te das damals her­un­ter­ge­kom­me­ne Gelän­de sogar in der Zwangs­ver­stei­ge­rung. Dabei hat das Gut eine lan­ge und inter­es­san­te Geschich­te zu erzäh­len. Schon im 14. Jahr­hun­dert befand sich hier ein Rit­ter­gut, dass bis 1684 im Besitz der Fami­lie von Bre­dow war. Spä­ter ging es durch vie­le Hän­de und wur­de Anfang des 20. Jahr­hun­derts aufgesiedelt.

Eine neue Ära begann 1935 als der iri­sche Trab­renn­fah­rer Char­ly Mills das Guts­haus und die umlie­gen­den Stal­lun­gen erwarb. Er errich­te­te hier ein Tra­ber­ge­stüt, bau­te eine Reit­hal­le und sogar eine Renn­bahn. Zu Kriegs­en­de hiss­te er über dem Haus die iri­sche Flag­ge und erreich­te so, dass es nicht von der Roten Armee ein­ge­nom­men wur­de. Bis 1947 blieb der Ire in Staf­fel­de, dann zog es ihn wei­ter nach Paris. Sei­ne Schwe­ster Mimi aber leb­te bis zu ihrem Tod im Jahr 1977 im Gutshaus.

Ein zwei­tes Leben als Tra­ber­ge­stüt erhielt das Gut nach einem Ver­kauf im Jahr 2013. Das Guts­haus ist seit­dem saniert wor­den und auch die Pfer­de sind zurück in Staf­fel­de. Been­det ist die Arbeit am Grund­stück aber noch lan­ge nicht, denn noch war­tet das alte Guts­ver­wal­ter­haus dar­auf, wie­der zum Leben erweckt zu werden.

Noch älter als das Gut ist die Dorf­kir­che, die sich schräg gegen­über befin­det. Auf der Wet­ter­fah­ne steht 1300 als Grün­dungs­jahr, ande­re Quel­len geben das Jahr 1475 an. Was stimmt, ist heu­te nicht mehr nach­zu­voll­zie­hen. Sicher ist nur, dass die Kir­che über die Jahr­hun­der­te ver­än­dert und ver­grö­ßert wur­de. So erhielt sie erst 1822 den heu­ti­gen Kirchturm.

Eben­falls zum histo­ri­schen Her­zen von Staf­fel­de gehört der alte Dorf­krug, der auch als Post­kut­schen­sta­ti­on genutzt wur­de. Die Kut­schen gibt es übri­gens heu­te wie­der und sie kön­nen für Aus­fahr­ten gemie­tet werden.

Schloss Ziethen

Das wohl präch­tig­ste Her­ren­haus aber ist das Schloss Zie­then. Ein erstes Gebäu­de ent­stand hier bereits 1355 und wur­de für die Fami­lie von Bre­dow errich­tet. Aus die­ser Zeit sind noch heu­te die Gewöl­be sowie die „Schwar­ze Küche” erhal­ten, die heu­te als die älte­ste Küche in Bran­den­burg gilt. Nach Beschä­di­gun­gen im Drei­ßig­jäh­ri­gen Krieg wur­de das Schloss anschlie­ßend im barocken Stil wie­der­auf­ge­baut. Die mar­kan­ten Eck­tür­me aber wur­den erst im 19. Jahr­hud­nert hinzugefügt.

Das Schloss wird heu­te als Hotel und Restau­rant betrie­ben. Der Schloss­park aber ist öffent­lich zugäng­lich und jeder­zeit für Spar­zier­gän­ger geöff­net. Heu­te füh­ren zwei Rund­we­ge durch das weit­läu­fi­ge Gelän­de, in dem noch heu­te ein alter Baum­be­stand erhal­ten ist.

Im Park zu fin­den ist auch der alte Eis­kel­ler, der wie­der begeh­bar gemacht wurde.

Mit dem Spa­zier­gang durch den Schloss­park von Schloss Zie­then endet mei­ne klei­ne Rund­fahrt zu Schlös­sern und Her­ren­häu­sern rund um Krem­men in Ober­ha­vel, doch wird auch die­se Tour nicht mei­ne letz­te gewe­sen sein, denn in der Mark Bran­den­burg gibt es noch vie­le Schlös­ser und Her­ren­häu­ser, die noch von mir besucht wer­den wollen.

Wei­te­re Arti­kel die­ser Reihe:

Schlös­ser und Her­ren­häu­ser in Ober­ha­vel, Bran­den­burg, Teil 1

Schlös­ser und Her­ren­häu­ser in Ober­ha­vel, Bran­den­burg, Teil 2

Schlös­ser und Her­ren­häu­ser rund um Krem­men, Ober­ha­vel, Brandenburg

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Betty

Es gibt nichts, was ich mehr liebe als die Welt zu bereisen. Immer mit dabei ist meine Kamera, wenn ich spannende Abenteuer erlebe und neue Reiseziele erkunde. Das Reisen bereitet mir so viel Freude, dass ich nun auch meine Leser an meinen Erlebnissen und Erfahrungen teilhaben lassen möchte.

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