Hotel Telegraaf, Marriott Autograph Collection, Tallinn, Estland

Das Hotel Tele­graaf ist ein Fünf-​Sterne-​Hotel im Her­zen von Est­lands Haupt­stadt Tal­linn. Es gehört heu­te zur Auto­graph Coll­ec­tion von Mar­riott und ist somit auch für Sta­tus­in­ha­ber und Punk­te­samm­ler des Mar­riott Treue­pro­gramms interessant.

Hotel Telegraaf, Marriott Autograph Collection, Tallinn – Geschichte und Lage

Ich hat­te nun biss­chen die Qual der Wahl in Tal­linn, ent­we­der das moder­ne Hil­ton, das sich aller­dings außer­halb der Alt­stadt befin­det, oder das histo­ri­sche Hotel Tele­graaf. Nun ja, eine Qual war die Wahl dann nicht wirk­lich, denn wer mich kennt, weiß, dass ich eine Vor­lie­be für histo­ri­sche Hotels habe und so war mei­ne Hotel­aus­wahl ziem­lich schnell gefallen.

Das histo­ri­sche Gebäu­de, das heu­te Teil des Hotels ist, hat eine inter­es­san­te Geschich­te. Erbaut wur­de es bereits 1878 und aus­füh­ren­der Archi­tekt war Peter Schrei­berg aus St. Peters­burg. Ursprüng­lich gab es nur vier Stock­wer­ke, denn die zwei ober­sten Eta­gen wur­den erst spä­ter aufgesetzt.

Zuerst war im Erd­ge­schoss eine Filia­le der Han­dels­bank zu fin­den, die Depen­dan­cen in Deutsch­land und Russ­land hat­te. In den obe­ren Geschos­sen waren edle Woh­nun­gen zu finden.

Gro­ße Ver­än­de­run­gen läu­te­te die erste Unab­hän­gig­keit von Est­land ein. Im Jahr 1918 stell­te die Han­dels­bank ihren Betrieb ein und das Gebäu­de wur­de einer neu­en Nut­zung zuge­führt. Hier wur­de nun das Post- und Tele­gra­fen­amt ein­ge­rich­tet, das bis 1991 ope­rier­te. Erst nach der zwei­ten Unab­hän­gig­keit des Lan­des wur­de das Haus zu einem Hotel umge­baut und schließ­lich als Hotel Tele­graaf eröffnet.

Hotel Telegraaf, Marriott Autograph Collection, Tallinn – Check-​in und Lobby

Ich errei­che das Hotel zu Fuß, nach­dem ich mit der Stra­ßen­bahn vom Flug­ha­fen gekom­men bin. Das Hotel Tele­graaf befin­det sich direkt in der histo­ri­schen Alt­stadt an der Vene­stra­ße. Hin­ter dem Haupt­ein­gang befin­det sich direkt eine Trep­pe, die in das Hoch­par­terre führt, wo sich die Lob­by befindet.

Gleich gegen­über des Ein­gangs befin­det sich die Rezep­ti­on, wo ich freund­lich begrüßt wer­de. Da ich zuvor schon über die App ein­ge­checkt habe, lie­gen die Unter­la­gen bereits bereit und ich bekom­me sofort mei­ne Schlüs­sel­kar­te über­reicht. Außer­dem wird mir erklärt, dass ich ein dop­pel­tes Upgrade auf ein Zim­mer im Alt­bau bekom­men habe und das Früh­stück mor­gens im Restau­rant ser­viert wird.

In der Lob­by befin­det sich dazu noch wei­te­re beque­me Sitz­ecken sowie eine klei­ne Lobbybar.

In einem wei­te­ren Raum, der von der Lob­by abge­grenzt ist, befin­den sich wei­te­re beque­me Sitzecken.

Erhal­ten geblie­ben ist auch das tol­le Trep­pen­haus, das sich über alle Eta­gen erstreckt. Dane­ben gibt es heut­zu­ta­ge natür­lich Fahr­stüh­le, die sich aller­dings im neu­ge­bau­ten Anbau befinden.

Das Design gefällt mir auf Anhieb. Das Hotel wur­de mit sehr viel Lie­be zum Detail gestal­tet und immer wie­der gibt es klei­ne Hin­wei­se auf die frü­he­re Nut­zung als Post- und Telegrafenamt.

Hotel Telegraaf, Marriott Autograph Collection, Tallinn – Zimmer

Mein Zim­mer trägt die Num­mer 305 und befin­det sich im drit­ten Stock des Alt­baus. Hier lie­gen eini­ge der schön­sten Zim­mer und Sui­ten des Hotels.

Ich betre­te mein Zim­mer und ste­he, wie in histo­ri­schen Hotels oft üblich, gleich im Zim­mer. Rechts neben dem Ein­gang befin­det sich eine gro­ße Schrank­wand, links eine Kom­mo­de sowie ein gro­ßer Spiegel.

Der erste Blick ins Zim­mer zeigt einen recht kom­pak­ten Raum mit schö­nen hohen Decken. Im Zen­trum steht das beque­me Dop­pel­bett, das von zwei Nacht­ti­schen flan­kiert wird.

Auch hier fin­den sich wie­der net­te klei­ne Details wie ein Wecker in histo­ri­schem Design. Trotz­dem ist das Zim­mer sehr modern, denn dane­ben wur­de auch an Steck­do­sen für moder­ne Gerä­te gedacht.

Auf dem Bett fin­de ich ein Kis­sen­me­nü vor, das eine Aus­wahl ver­schie­den­ster Kopf­kis­sen auf­führt, die auf Wunsch ver­füg­bar sind.

Am Fen­ster ste­hen ein Ses­sel, ein klei­ner Tisch und der Schreib­tisch, auf dem ein tol­les histo­ri­sches Tele­fon steht. Wie­der so ein klei­ner Hin­weis auf die Geschich­te des Hauses.

Ein Was­ser­ko­cher sowie Kaf­fee und Tee ste­hen eben­so bereit, wie eine gut gefüll­te Minibar.

Ein gro­ßer Flach­bild­fern­se­her ist an der Wand dem Bett gegen­über zu fin­den und auch vom Ses­sel gut einsehbar.

In der gro­ßen, drei­tei­li­gen Schrank­wand sind Bade­män­tel und Schlap­pen vor­han­den sowie ein Bügel­brett und Bügeleisen.

Inter­es­sant ist aber vor allem das rech­te Fach im Schrank, denn hier gibt es eine Tür zum Flur. So muss das Per­so­nal bei Wün­schen und Bestel­lun­gen das Zim­mer nicht betre­ten, son­dern kann die­se hier abstellen.

Zum Zim­mer gehört auch ein klei­nes, ele­gan­tes Bad, das kom­plett in Mar­mor gestal­tet ist und über ein eige­nes Fen­ster ver­fügt. Die Bade­wan­ne ist mit einer Dusch­wand ver­se­hen, die aller­dings etwas kurz gera­ten ist, sodass man auf­pas­sen muss, dass man nicht das Bad unter Was­ser setzt.

Der Wasch­tisch hat eben­falls einen sehr inter­es­san­ten Stil und passt sehr schön ins Design des Hotels. Die Hygie­ne­pro­duk­te stam­men von der bri­ti­schen Mar­ke Elemis.

Der Aus­blick aus dem Zim­mer ist aller­dings nicht sehr spek­ta­ku­lär, denn ich kann nur auf die Stra­ße und die gegen­über­lie­gen­den Dächer schauen.

Hotel Telegraaf, Marriott Autograph Collection, Tallinn – Pool und Spa

Im neu­en Teil des Hotels sind der Pool und das Spa des Hotels zu fin­den. In einem klei­nen Ein­gangs­be­reich wer­den die Gäste emp­fan­gen und hier befin­den sich auch die Zugän­ge zu den Behandlungsräumen.

Dane­ben liegt ein klei­ner Innen­hof mit beque­men Sitzmöglichkeiten.

Das High­light des Spa­be­reichs ist der Pool im römisch-​tropischen Stil. Er ist zwar nicht beson­ders groß, aber für einen Innen­stadt­pool doch sehr schön. Umrahmt ist das Schwimm­becken von sehr beque­men Liegen.

Am Pool wer­den sogar Geträn­ke ser­viert und auch sonst ist der Ser­vice sehr gut. Das Per­so­nal sorgt dafür, dass hier immer alles auf­ge­räumt ist und die Hand­tü­cher schnell gewech­selt werden.

Neben dem Pool ist noch ein klei­ner Whirl­pool zu finden.

Wei­ter­hin ver­fügt der Spa­be­reich über zwei Sau­nen mit ent­spre­chen­den Duschen und Umkleiden.

Hotel Telegraaf, Marriott Autograph Collection, Tallinn – Restaurant und Bar

Im Hotel befin­det sich das ele­gan­te Restau­rant Tchai­kov­sky, das geho­be­ne rus­si­sche Küche bie­tet. Es zählt zu den besten Gour­met­re­stau­rants in Est­land und ist nur am Abend geöffnet.

Cock­tails und auch Nach­mit­tags­kaf­fee wer­den hin­ge­gen in der klei­nen Lob­by­bar angeboten.

Hotel Telegraaf, Marriott Autograph Collection, Tallinn – Frühstück

Im Restau­rant Tchai­kov­sky wird aller­dings auch das Früh­stück ser­viert, aber mit weit­aus weni­ger auf­wen­di­ger Tischdekoration.

Für kal­te Spei­sen gibt es ein klei­nes Buf­fet mit Auf­schnitt, Jogurt und Obst. Das Ange­bot ist jedoch recht über­schau­bar und für ein fünf-​Sterne-​Hotel etwas dürf­tig, eigent­lich mein ein­zi­ger Kri­tik­punkt am Hotel.

War­me Spei­sen wer­den hin­ge­gen à la car­te ser­viert. Ich habe hier die Eggs Bene­dict sowie das Ome­lette pro­biert, die bei­de sehr gut waren.

Hotel Telegraaf, Marriott Autograph Collection, Tallinn – Fazit

Mir hat mein Auf­ent­halt im Hotel Tele­graaf sehr gut gefal­len. Zuerst ein­mal ist schon die Lage direkt in der histo­ri­schen Alt­stadt von Tal­linn ein­fach toll. So sind es nur weni­ge Schrit­te bis zum Markt­platz und auch nur ein kur­zer Spar­zier­gang zu den mei­sten inter­es­san­ten Sehens­wür­dig­kei­ten der est­ni­schen Haupt­stadt. Die Reno­vie­rung und der Umbau des alten Tele­gra­fen­am­tes zu einem Hotel ist aber auch sehr gut gelun­gen. Ich habe mich hier rund­um wohl­ge­fühlt. Das Per­so­nal kann ich eben­falls nur loben und beson­ders gut hat mir noch der klei­ne Pool gefal­len, ein Fea­ture, das nur weni­ge Stadt­ho­tels bie­ten. Ein­zi­ger Kri­tik­punkt für mich ist, wie schön erwähnt, das Früh­stück. Waren die war­men Gerich­te sehr gut waren, habe ich das Buf­fet als recht klein und ein­fach emp­fun­den. Hier ist defi­ni­tiv etwas Luft nach oben. Ins­ge­samt kann ich das Hotel aber auf jeden Fall emp­feh­len und wür­de hier jeder­zeit wie­der übernachten.

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Betty

Es gibt nichts, was ich mehr liebe als die Welt zu bereisen. Immer mit dabei ist meine Kamera, wenn ich spannende Abenteuer erlebe und neue Reiseziele erkunde. Das Reisen bereitet mir so viel Freude, dass ich nun auch meine Leser an meinen Erlebnissen und Erfahrungen teilhaben lassen möchte.

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