Stadtrundgang durch Sopot, Polen

Sopot ist ein Bade­ort an der pol­ni­schen Ost­see­kü­ste, der zusam­men mit Dan­zig und Gdy­nia den Bal­lungs­raum Drei­stadt bil­det. Bekannt ist Sopot, das zu Deutsch Zop­pot hieß, vor allem für sei­nen brei­ten Sand­strand, die Kur­häu­ser und die See­brücke, die zu den läng­sten in Euro­pa gehört.

Ich star­te mei­nen Rund an mei­nem Hotel, dem Sopot Mar­riott Resort und Spa, das sich etwas außer­halb des Stadt­zen­trums und direkt am Sand­strand der Dan­zi­ger Bucht befin­det. Auch im Herbst lädt der tol­le Strand durch­aus zu einem Spa­zier­gang ein und bie­tet eine schö­ne Alter­na­ti­ve zur Promenade.

Die Dan­zi­ger Bucht schmiegt sich halb­kreis­för­mi­ge an die pol­ni­sche Küste und ist nach Nor­den zur Ost­see offen. Bei Dan­zig mün­det als größ­ter Fluss die Weich­sel in das Gewäs­ser. Die Dan­zi­ger Bucht ist ein opti­ma­ler Natur­ha­fen und ihre Was­ser­tie­fe beträgt zwi­schen sechs und ein­hun­dert Meter.

Der größ­te Hafen an der Bucht ist Gdy­nia, wo sowohl Fracht- als auch Pas­sa­gier­schif­fe sowie Fäh­ren anle­gen. Davon ist aber am Strand von Sopot nichts zu mer­ken, denn hier sind höch­stens ein paar Aus­flugs­schif­fe oder Fischer­boo­te unterwegs.

Umso näher ich dem Zen­trum kom­me, desto häu­fi­ger sich über dem Küsten­be­wuchs die Spit­zen alter Vil­len zu sehen. Vie­le von ihnen wur­den um 1900 errich­tet, als Sopot sei­ne Blü­te­zeit als Kur­ort hatte.

Eini­ge der alten Bade­häu­ser rei­chen auch bis an der Strand. Frü­her wur­den hier Kur­gä­ste betreut, heu­te ist der Ort mehr auf Bade­ur­laub ausgelegt.

Sofort ins Auge sticht mir das höch­ste Gebäu­de hier am Strand, der Leucht­turm von Sopot. Erbaut wur­de er im Jahr 1903 und einst reich­te das Licht des drei­ßig Meter hohen Turms bis zu sieb­zehn See­mei­len auf die Ost­see hin­aus. Heu­te hat er sei­ne Bedeu­tung aber ver­lo­ren und wird haupt­säch­lich von Tou­ri­sten als Aus­sichts­turm genutzt.

Gleich neben­an steht das präch­ti­ge Kur­haus. Die Geschich­te des klei­nen Ortes beginnt aber schon viel frü­her. Bereits 1283 ist die Exi­stenz von Zop­pot urkund­lich belegt. Zop­pot, das ist sla­wi­schen Ursprungs und heißt so viel wie Quel­le. Bis 1807 gehör­te der Ort zu Dan­zig und seit 1772 auch zu Preußen.

Der Grund­stein als Kur­ort wur­de aber erst 1823 gelegt, als der elsäs­si­sche Arzt Johann Georg Haff­ner, der 1808 als Chir­urg mit der Armee von Napo­le­on Bona­par­te nach Dan­zig gekom­men war, den ersten Strand­bad­be­trieb mit Kurs­a­na­to­ri­um eröffnete.

Zop­pot erwies sich als sehr gut geeig­net zum Kur­ort, denn bewal­de­te Höhen­zü­ge schüt­zen es vor Nord- und West­win­den. Dazu ist die Luft mil­de sowie mücken­frei und das Was­ser der Dan­zi­ger Bucht wär­mer als das der wei­ter west­lich gele­ge­nen Ost­see­kü­ste. Ziem­lich schnell wur­de aus dem klei­nen Kur­ort so ein mon­dä­nes Seebad.

Das heu­ti­ge Kur­haus wur­de aller­dings erst zwi­schen 1909 und 1911 erbaut und ersetzt ein frü­he­res Gebäu­de. Inzwi­schen ist auch nur noch die see­sei­ti­ge histo­ri­sche Fas­sa­de erhal­ten. Dahin­ter erstreckt sich ein moder­ner Neu­bau, der größ­ten­teils zum angren­zen­den She­ra­ton Hotel gehört.

Einen wei­te­ren Auf­trieb bekam Zop­pot durch die Ver­lei­hung der Stadt­rech­te im Jahr 1901 durch Kai­ser Wil­helm II. Wei­ter­hin wur­den ein Eisen­bahn­an­schluss sowie eine neue Stra­ßen­ver­bin­dung nach Dan­zig geschaf­fen. So zogen auch vie­le wohl­ha­ben­de Bür­ger hier­her und lie­ßen sich Vil­len erbau­en oder näch­tig­ten in den präch­ti­gen Hotels.

Immer wie­der ent­stan­den neue­re und grö­ße­re Hotels, so auch das zwi­schen 1924 und 1927 erbau­te Kasi­no­ho­tel im neo­ba­rocken Stil, das heu­te als Grand Hotel bekannt ist und von der Arc­cor Grup­pe als Sofi­t­el betrie­ben wird.

Das Hotel hat eine ein­ma­li­ge Lage direkt am Sand­strand der Ost­see und doch zen­tral im Ort.

Gleich hin­ter dem Kur­haus beginnt heu­te die Fuß­gän­ger­zo­ne, die von klei­nen Geschäf­ten und Restau­rants flan­kiert ist.

Eine Attrak­ti­on in der Fuß­gän­ger­zo­ne ist das krum­me Häus­chen, das 2004 nach einem Ent­wurf der Archi­tek­ten Szo­ty­ń­ski und Zaleski erbaut wurde.

Ein Stück wei­ter ent­decke ich die Sta­tue von Woj­tek, dem Bären. Der syri­sche Braun­bär leb­te von 1941 bis 1963 und wur­de als Jun­ges von pol­ni­schen Sol­da­ten adop­tiert. Er wur­de Mit­glied des mili­tä­ri­schen Korps und lei­ste­te gute Dien­ste an der Fronst, bevor er sei­nen Lebens­abend im Zoo von Edin­burgh verbrachte.

Gleich neben­an steht die katho­li­sche Gar­ni­sons­kir­che St. Georg, die zwi­schen 1899 und 1901 im Stil der Neu­go­tik als evan­ge­li­sche Erlö­ser­kir­che erbaut wurde.

An einem Sei­ten­al­tar befin­det sich das gol­de­ne Reli­ef der Got­tes­mut­ter von Tschen­sto­ch­au. Drei­und­drei­ßig Jah­re lang fuhr das Reli­ef auf der M/​S Bato­ry über alle Welt­mee­re, davon ab 1936 allein fünf­und­zwan­zig Pas­sa­gier­fahr­ten nach New York.

Ich bie­ge nun in eine der Sei­ten­stra­ßen ab und erkun­de noch ein wenig den Ort mit sei­nen teil­wei­se gut erhal­te­nen Vil­len, die meist um 1900 ent­stan­den sind.

So errei­che ich auch das Sierakowski-​Herrenhaus. Heu­te befin­det sich das Gebäu­de in der Stadt­mit­te, doch ursprüng­lich stand hier im 18. Jahr­hun­dert ein Her­ren­sitz, der zum fran­zö­si­schen Hof gehör­te, der jedoch 1734 im pol­ni­schen Erb­fol­ge­krieg zer­stört wur­de. Erst 1795 wur­de das Her­ren­haus durch Kajet­an Onuf­ry Siera­kow­ski wie­der aufgebaut.

Ich lau­fe nun gemüt­lich zurück zur Strand­pro­me­na­de, wo ich den Rück­weg zum Hotel ein­schla­ge und dabei noch ein­mal am Leucht­turm vorbeikomme.

Zuvor schaue ich mir jedoch noch die See­brücke an, die rund fünf­hun­dert Meter weit in die Ost­see hin­ein­reicht. Damit ist sie die läng­ste Holz­see­brücke in Euro­pa. Sie ver­fügt und über Unter- und Sei­ten­decks, an denen Schif­fe anle­gen kön­nen. Wei­ter­hin wur­de 2011 ein Jacht­ha­fen ange­baut und eröff­net. Im Som­mer ist der Zutritt zur See­brücke inzwi­schen kostenpflichtig.

Für den Rück­weg wäh­le ich dies­mal nicht den Strand, son­dern die schön ange­leg­te Pro­me­na­de, auf der Fuß­gän­ger und Rad­fah­rer unter­wegs sein kön­nen. Dabei kom­me ich an der zwi­schen 1913 und 1919 vom Dan­zi­ger Archi­tek­ten Adolf Bie­le­feld erbau­ten evan­ge­li­schen Hei­lands­kir­che vor­bei. Sie ist heu­te der Sitz des Bischofs der Diö­ze­se Pommern-Großpolen.

Auch an der Strand­pro­me­na­de gibt es zunächst noch eini­ge klei­ne Geschäf­te und Café zu ent­decken, die sich in der Nähe des Stadt­zen­trums befinden.

Auf mei­nem Weg kom­me ich am Hotel Zhong Hua vor­bei. Das heu­te unver­kenn­bar asia­tisch anmu­ten­de Hotel wur­de 1907 nach einem Ent­wurf des Archi­tek­ten Paul Puch­mül­ler ursprüng­lich als süd­li­che Bade­an­stalt erbaut. Es bestand aus drei Seg­men­ten für Damen, Her­ren sowie Familien.

Einen letz­ten Stopp lege ich noch am Muse­um von Sopot ein. Auch wenn heu­te lei­der geschlos­sen ist, so will ich trotz­dem kurz von außen schon, denn das Gebäu­de ist eine jener herr­schaft­li­chen Vil­len, die um 1900 in dem auf­stre­ben­den See­bad entstanden.

Die Vil­la wur­de nach einem Ent­wurf des Archi­tek­ten Walt­her Schultz zwi­schen 1903 und 1904 für den Dan­zi­ger Kauf­mann Ernst Class­zen erbaut. Heu­te zeigt sie wie­der, wie die Bür­ger­schaft einst in der auf­stre­ben­den Stadt Zop­pot lebte.

Das letz­te Stück des Weges lege ich dann ohne grö­ße­re High­lights zurück. Der Weg schlän­gelt sich zwi­schen Wohn­be­bau­ung und Strand immer an der Küste ent­lang und so errei­che ich schließ­lich auch wie­der mein Hotel, das Sopot Mar­riott Resort & Spa.

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Betty

Es gibt nichts, was ich mehr liebe als die Welt zu bereisen. Immer mit dabei ist meine Kamera, wenn ich spannende Abenteuer erlebe und neue Reiseziele erkunde. Das Reisen bereitet mir so viel Freude, dass ich nun auch meine Leser an meinen Erlebnissen und Erfahrungen teilhaben lassen möchte.

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