Auf großer Fahrt – Die Cap San Diego in Warnemünde

Die Cap San Diego ist ein Museumsschiff, das normalerweise im Hamburger Hafen zu finden ist. Rund zehnmal im Jahr finden jedoch aus Ausfahrten statt und zu besonderen Anlässen führen die auch in andere Hansestädte wie zum Internationalen Hansetag 2018 nach Rostock-Warnemünde, wo das historische Stückgutschiff am Kreuzfahrtpier festmachte.

Auf große Fahrt geht die Cap San Diego heutzutage eher selten, denn schon seit Ende der 1980er ist sie ein Museumsschiff. Einst aber war sie im Liniendienst unterwegs, meist zwischen Europa und Südamerika. Im Jahr 1961 lief die Cap San Diego als letzter baugleicher Stückgutfrachter auf der Deutschen Werft AG in Hamburg für die Reederei Hamburg Süd vom Stapel. Die Schiffe der Cap-San-Klasse wurden damals als “die weißen Schwäne des Südatlantiks” bezeichnet.

Als typische Frachtschiff wurde die Cap San Diego mit sechzehn Ladebäumen, zwei Bordkranen sowie einem Schwerlastbaum ausgestattet mit denen die fünf Laderäume be- und entladen werden konnte. Zwei von ihnen waren als Kühlräume ausgestattet und es gab auch beheizbare Tanks an Bord.

Insgesamt gab es sechs Schiffe von Typ der Cap San Diego, die im Liniendienst nach Südamerika im Einsatz waren. Transportiert wurde im Prinzip alles, von Maschinen über Autos bis hin zu Obst und Gemüse sowie lebenden Tieren.

Doch nicht nur für Fracht war die Cap San Diego ausgestattet. In einer Zeit, in der das Fliegen noch nicht als Haupttransportmittel zwischen den Kontinenten war, nutzen auch Passagiere die Überfahrten. So gab es ein Deck, auf dem bis zu zwölf Personen mitreisen konnten. Sie erhielten den vollen Komfort eines Passagierschiffs mit Lounge, klimatisierten Unterkünften und Mahlzeiten. Kein Vergleich zu heutigen Reisen auf Frachtschiffen.

Liegt die Cap San Diego im Hafen, kann sie heutzutage von oben bis unten erkundet werden. So ist auch ein Besuch auf der Brücke möglich.

Ebenso zu sehen sind der Funkraum, das Schiff hatte zu jener Zeit einen eigenen Funker an Bord, die luxuriöse Passagierlounge sowie natürlich der Maschinenraum.

Sogar ein Außendeck mit kleinem Swimmingpool gibt es, ein Luxus, den man auf Containerschiffen heute eher vergeblich sucht.

Außer Dienst wurden die Schiffe Mitte der 1980er Jahr, als sie nach und nach durch immer größer werdende Containerschiffe ersetzt wurden. Auch der Passagierverkehr war nicht mehr erträglich, da die Menschen inzwischen lieber das Flugzeug nutzten. Alle sechs Frachtschiffe sollten verschrottet werden, doch kurz bevor die Cap San Diego dieses Schicksal ereilte, wurde sie von der Hansestadt Hamburg gekauft.

Damals war das Schiff in einem sehr schlechten Zustand und es bedurfte einer Generalüberholung. Seitdem wurden schon viele Arbeitsstunden von Mitarbeitern und Freiwilligen gesteckt, denn damit das Schiff auch zur See fahren kann, muss es weiterhin alle fünf Jahre in die Werft um seine Klasse zu erneuern. Bisher hat es die Cap San Diego jedes Mal geschafft, sodass sie auch weiterhin zur See fahren darf.

In Rostock war das Schiff ein langes Wochenende zu Gast. Es war eine der längsten Fahrten der vergangenen Jahre, denn meistens gehen die Fahrten nur hinaus auf die Nordsee. Und da das Schiff keine Seitenstahlruder wie modere Frachter hat, war auch das Auslaufen auf der Warnow noch einmal interessant. Es gibt nicht mehr viele Schiffe, die zwei Schlepper zum Ablegen benötigen.

Nachdem das Schiff aber sicher in der Fahrrinne der Warnow liegt, kann es allein Fahrt aufnehmen für die Rückfahrt nach Hamburg, wo die Cap San Diego den überwiegenden Teil des Jahres als Museum besichtigt werden kann.

Der Liegeplatz in Hamburg wird übrigens noch heute von der Stadt finanziert, die das Schiff selbst in eine Stiftung überführt hat. Zwanzig Angestellte sowie über hundert Freiwillige kümmern sich heute um die Cap San Diego, damit dieses Stück deutsche Seefahrergeschichte noch ganz lange erhalten bleibt.

Cap San Diego
Überseebrücke, 20459 Hamburg

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Betty

Es gibt nichts, was ich mehr liebe als die Welt zu bereisen. Immer mit dabei ist meine Kamera, wenn ich spannende Abenteuer erlebe und neue Reiseziele erkunde. Das Reisen bereitet mir so viel Freude, dass ich nun auch meine Leser an meinen Erlebnissen und Erfahrungen teilhaben lassen möchte.

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