Gran Canaria entdecken – eine Inselrundfahrt – Teil 1

Gran Canaria ist die drittgrößte Insel der Kanaren vor der Küste Afrikas. Die Insel fällt besonders durch ihre fast kreisrunde Form auf und ist, wie alle Inseln, vulkanischen Ursprungs. Neben Teneriffa ist Gran Canaria die am dichtesten besiedelte Insel und doch gibt es auch hier viel Natur und spektakuläre Landschaft zu entdecken.

Gran Canaria entdecken – Agaete und das Meer

Ich beginne die Erkundung der Insel in Las Palmas, wo ich während meines Inselaufenthalts wohne. Von hier geht es für mich zunächst nach Westen bis in das Städtchen Agaete.

Das Zentrum von Agaete ist klein und verschlafen, doch direkt an der Küste spielen sich gerade dramatische Szenen ab. Ich sehe riesige Wellen auf die Küste zurollen, fast so wie an der berühmten North Shore von Hawaii. Nur das mit dem Fotografieren wird schwierig, denn ich muss erstmal das Auto loswerden. Das ist so ein Problem, wenn man allein unterwegs ist. Ich finde einen kleinen, kostenpflichtigen Parkplatz in der Nähe und laufe zurück zum Meer. Hier gibt es eine schöne Promenade, der ich etwas folge.

Zwar sind die Wellen in den wenigen Minuten wieder etwas kleiner geworden, aber immer noch imposant. Auf den Bildern kommt das gar nicht so ganz rüber, aber die Wellen hier waren definitiv einige Meter hoch. Gut, dass es hier eine stabile Küstenbefestigung gibt, von der ich das Schauspiel in Ruhe beobachten kann.

Schön zu sehen ist auch schon die zerklüftete Küste der Westseite der Insel, die mein nächstes Ziel sein wird.

Doch erst einmal folge ich noch ein bisschen der Promenade.

In einer etwas verborgenen Ecke finde ich in einer Einfahrt zu einem Grundstück diese etwas eigenwillige Dekoration.

Wellen an der Promenade in Agaete, Gran Canaria

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An der Promenade entlang geht es für mich schließlich wieder zurück zum Auto, denn mein nächstes Ziel habe ich schon vor Augen, die berühmte GC-200, die ich aber leider nicht mehr komplett fahren kann.

Gran Canaria entdecken – Traumstraße GC-200

Sie ist wohl eine der Traumstraßen Europas und galt lange Zeit als die gefährlichste Straße Spaniens, die GC-200 auf Gran Canaria. Mitten in die Felsen der Westküste wurde die Straße ab 1934 geschlagen, oft so schmal, dass kaum zwei Autos aneinander vorbeikommen. Schon vor einigen Jahren wurde leider ein Teil geschlossen und durch eine moderne Autobahn ersetzt, doch den nördlichen Teil will ich nun unter die Räder nehmen.

Es ist fantastisch, wie sich die Straße immer am Fels entlang schlängelt. Ja, sie ist eng, aber immerhin gibt es überall Leitplanken, kein Vergleich zur Südumrundung von Maui. Allerdings ist es schon nicht ganz ohne, hier mit Gegenverkehr unterwegs zu sein. Über mir immer wieder große Stahlnetze, die den Fels zurückhalten, der hier ständig in Bewegung ist. Nur mit dem Fotografieren ist es schwierig, denn Anhalten geht nirgendwo und meine Hände müssen die ganze Zeit am Steuer bleiben.

Anders sieht es am südlichen Teil aus, der von einer Autobahnabfahrt der neuen GC-2 erreichbar ist. Hier geht es direkt zum wohl schönsten Aussichtspunkt, dem El Balcón.

Der El Balcón ragt so richtig über die Steilküste hinaus auf das Meer, nur von Glas eingefasst und teils mit Glasboden, ist es ein interessantes Erlebnis hier zu stehen.

Der Blick auf die Küste ist einfach fantastisch.

Die meisten Leute drehen hier gleich wieder um, ich fahre die Straße noch ein Stück weiter. Irgendwann endet sie jedoch an einem Schlagbaum. Hier ging es einst weiter, doch die Verbindung zwischen Nord und Süd ist schon ein paar Jahre geschlossen und wird wohl auch nie wieder befahrbar sein. Schade ist das schon.

Gran Canaria entdecken – Durch die Inselmitte

Um zurück nach Las Palmas zu kommen, könnte ich nun natürlich der Autobahn um die Insel folgen, doch wer will denn auf Entdeckungstour schon den schnellsten Weg nehmen? Viel interessanter und auch abwechslungsreicher ist eine Fahrt durch die Inselmitte.

Hier sind die Straßen ebenfalls eng, oft nur einspurig. Viel Verkehr herrscht aber nicht, denn nur wenige Touristen scheinen sich hierher zu verirren. Schade, denn sie verpassen einen faszinierenden Teil der Insel.

Es türmen sich die vulkanischen Felsen oft zu bizarren Formen auf und mittendurch verlaufen kleine Straßen, die zu winzigen Dörfern und auch einmal quer über die Insel führen.

Unterwegs treffe ich auf eine Talsperre. Was ich vorher nicht wusste, auf Gran Canaria gibt es rund sechzig Talsperren, die die Wasserversorgung der Insel sicherstellen. Darüber macht man sich als Urlauber kaum Gedanken, aber die Insel liegt ja mitten im Atlantik und irgendwo muss auch das Trinkwasser herkommen.

Nach der Talsperre biege ich ab. Laut Navi soll das der kürzeste Weg über die Insel sein. Was ich nicht ahne, dass er auch eine kleine Herausforderung ist. Zum Glück habe ich aber einen guten Mietwagen, sodass ich das auch meistere. Die Straße hier ist nicht nur eng, sondern hat zuweilen eine extreme Steigung, um kurze Zeit später wieder abzufallen. Zwanzig Prozent und mehr gilt es zu überwinden.

Zum Schluss muss ich über einen Grat, auf dem gerade mal die einspurige Straße verläuft. Kamera auspacken geht hier dann leider nicht, denn rechts und links geht es steil nach unten, sodass ich mich lieber aufs Fahren konzentriere. Das nächste Bild entsteht erst an einem kleinen Haltepunkt, wo ich noch einmal zurück ins Tal und bis zur Talsperre schauen kann.

Doch unterwegs gibt es nicht nur Gestein. Auch im Inselinneren gibt es einige kleine Dörfer, die hier doch sehr urig aussehen. Es ist schon ein recht einsames und abgeschiedenes Leben, denn auch in Zeiten von Handy und Internet muss trotzdem eine dieser Straßen genutzt werden, will man irgendwo hin.

Teilweise bin ich fast allein unterwegs. Nur ein paar Einheimische treffe ich ab und zu. Nun ist die Straße auch wieder etwas breiter, sodass ich die Fahrt mehr genießen und von Zeit zu Zeit anhalten kann.

An einem Aussichtspunkt entdecke ich am Horizont einen weiteren Berg. Hier kann ich tatsächlich den Teide auf Teneriffa sehen.

An einer Stelle entdecke ich in die Felsen geschlagene Wohnungen, für die die Inselmitte von Gran Canaria ebenfalls berühmt ist.

Irgendwann nähere ich mich dann immer mehr der Ostküste und mein Abenteuer Inseldurchquerung neigt sich seinem Ende zu. Es gibt noch einiges mehr zu sehen im Inselinneren von Gran Canaria, doch davon erzähle ich im zweiten Teil.

weiter zu Teil 2

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Betty

Es gibt nichts, was ich mehr liebe als die Welt zu bereisen. Immer mit dabei ist meine Kamera, wenn ich spannende Abenteuer erlebe und neue Reiseziele erkunde. Das Reisen bereitet mir so viel Freude, dass ich nun auch meine Leser an meinen Erlebnissen und Erfahrungen teilhaben lassen möchte.

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