Mittsommerremise 2023 in Vorpommern – Zurück im Schloss Schlemmin

Schloss Schlem­min hat wie­der eine Zukunft. Nach eini­gen unge­wis­sen Jah­ren hat das Her­ren­haus nicht nur einen neu­en Eigen­tü­mer gefun­den, son­dern wur­de auch umfas­send reno­viert und wie­der als Hotel eröff­net. Anläss­lich der Mitt­som­mer­Re­mi­se 2023 öff­ne­te das Schloss sei­ne Türen und zahl­rei­che Besu­cher nah­men die Mög­lich­keit wahr, das wie­der­eröff­ne­te Hotel anzuschauen.

Drei Jah­re ist es inzwi­schen her, dass ich Schloss Schlem­min zum ersten Mal besucht habe (Bericht: Schloss Schlem­min). Damals war der Park frei zugäng­lich, das Gebäu­de aber ver­schlos­sen. An eini­gen Stel­len bröckel­te auch schon der Putz und vie­le der Wege waren teil­wei­se zuge­wu­chert. Nie­mand wuss­te damals, wie es mit dem präch­ti­gen Her­ren­haus wei­ter­ge­hen soll­te, das vie­le Jah­re als Hotel betrie­ben wur­de, dann aber schlie­ßen musste.

Das Blatt wen­de­te sich erst, als ein Inve­stor gefun­den. Ein Arzt aus Stral­sund kauf­te das reno­vie­rungs­be­dürf­ti­ge Gebäu­de und woll­te ihm wie­der zu altem Glanz ver­hel­fen. Die Reno­vie­rungs­ar­bei­ten hat­te schon begon­nen, als das Schloss 2021 anläss­lich der Mitt­som­mer­Re­mi­se sei­ne Pfor­ten öff­ne­te (Bericht: Mitt­som­mer­Re­mi­se 2021).

Viel ist seit­dem pas­siert und die Reno­vie­rung konn­te tat­säch­lich abge­schlos­sen wer­den. Inzwi­schen ist Schloss Schlem­min sogar wie­der als Hotel geöff­net und anläss­lich der Mitt­som­mer­Re­mi­se 2023 gab es erst­ma­lig die Mög­lich­keit, das frisch reno­vier­te Hotel anzu­schau­en. Das Inter­es­se war groß, sodass es mehr Füh­run­gen als vor­ge­se­hen gege­ben hat. Gelei­tet wur­den die­se vom neu­en Eigen­tü­mer per­sön­lich, der vie­le Details über den Umbau von Schloss und über die Park­sa­nie­rung erzählte.

Schloss Schlemmin – Öffentliche Räume

Der Rund­gang star­tet im Ein­gangs­be­reich des Schlos­ses, der sich erstaun­lich wenig ver­än­dert hat. Ein biss­chen neue Far­be ist an den Wän­den und auf­ge­räum­ter wirkt der Raum. Auch der häss­li­che Tep­pich ist ver­schwun­den, eben­so wie der Bro­schü­ren­stän­der oder die klo­bi­gen Möbel.

Zum ersten Mal kann ich auch einen län­ge­ren Blick in die Prunk­räu­me im Erd­ge­schoss wer­fen. Vor­her waren die­se teils zuge­stellt und als Lager miss­braucht oder kom­plett leer geräumt. Der Engels­saal ist der größ­te Räum im Schloss. Die wun­der­schö­nen Stuck­decken und der Par­kett­bo­den bie­ten ein wun­der­ba­res Ambi­en­te für Fei­ern und Veranstaltungen.

In einem wei­te­ren Raum wur­de eine Bar ein­ge­rich­tet. Sie ver­fügt über boden­tie­fen Fen­ster, sodass man von hier auch direkt in den Gar­ten und auf die Ter­ras­se gelan­gen kann.

Dazu gibt es ein Restau­rant, das regio­na­le Küche und Klas­si­ker anbie­tet sowie einen Salon, der für klei­ne­re Fei­er­lich­kei­ten ange­mie­tet wer­den kann.

Schloss Schlemmin – Turmsuite

Das High­light solch eines Rund­gangs ist natür­lich die Mög­lich­keit, auch ver­schie­de­ne Zim­mer­ka­te­go­rien ken­nen­zu­ler­nen. Drei­ßig Zim­mer und Sui­ten war­ten in Schloss Schlem­min ins­ge­samt auf Gäste. Dar­un­ter so inter­es­san­te Räu­me wie die Turm­sui­ten, deren Wohn­räu­me sich direkt im gro­ßen Schloss­turm befin­den. Die Suite im Erd­ge­schoss ver­fügt dazu über einen klei­nen Bal­kon, der von einem der boden­tie­fen Fen­ster betre­ten wer­den kann.

In der Suite gibt es einen Wohn- und einen Schlaf­be­reich, wobei das Schlaf­zim­mer der grö­ße­re der zwei Räu­me ist. Die Ein­rich­tung besteht teil­wei­se aus Anti­qui­tä­ten und wur­de durch moder­nes Mobi­li­ar ergänzt.

Schloss Schlemmin – Festsaal

Eine gro­ße, frei­tra­gen­de Trep­pe führt zu den obe­ren Eta­gen. Hier hat sich erstaun­lich wenig ver­än­dert. Ledig­lich die Sitz­grup­pe auf dem Trep­pen­ab­satz ist ver­schwun­den und die Fen­ster sind, wie über­all im Haus, erneu­ert worden.

Das Juwel im ersten Stock ist ein wei­te­rer Fest­saal mit wun­der­schö­ner Stuck­decke und einer Kup­pel. Die­ser schö­ne Raum war bei mei­nem letz­ten Besuch lei­der völ­lig zuge­stellt und als Lager­flä­che genutzt. Inzwi­schen wur­den hier die ange­staub­ten Stof­fe ent­fernt und vor allem Dut­zen­de alter Röh­ren­fern­se­her ent­fernt, die in die­sem Raum anschei­nend zwi­schen­ge­la­gert wur­den. Heu­te wird der Saal wie­der für Trau­un­gen genutzt, denn Schloss Schlem­min ist auch eine belieb­te Hochzeitslocation.

Schloss Schlemmin – Balkonzimmer

Die mei­sten Hotel­zim­mer befin­den sich eben­falls auf die­ser Eta­ge, wobei es auch noch eini­ge Räu­me im zwei­ten Ober­ge­schoss gibt. Zur Besich­ti­gung anläss­lich der Mitt­som­mer­Re­mi­se stan­den trotz lau­fen­dem Hotel­be­trieb eini­ge freie Zim­mer zur Besich­ti­gung offen. Zu den schön­sten Zim­mern gehö­ren wohl die Bal­kon­zim­mer, die über einen begeh­ba­ren Bal­kon verfügen.

Ein­zig die Bäder fin­de ich nicht ganz so gelun­gen, aber das ist sicher Geschmacks­sa­che. Beson­ders die Eck­du­sche sowie der Wasch­tisch in der Eigelben-​Farbe gefal­len mir nicht so ganz.

Schloss Schlemmin – Klassikzimmer

Die mei­sten Zim­mer im Schloss fal­len unter die Kate­go­rie Klas­sik­zim­mer. Sie befin­den sich auf der ersten und zwei­ten Eta­ge und ver­fü­gen über ein gemüt­li­ches Bett mit ange­schlos­se­nem Badezimmer.

Die Zim­mer der zwei­ten Eta­ge stan­den aller­dings nicht zur Besich­ti­gung offen, sodass ich hier auch kei­ne Bil­der zei­gen kann.

Schloss Schlemmin – Kellergeschoss

Zum Abschluss führ­te mich der Weg noch in das Unter­ge­schoss, das eben­falls aus­ge­baut ist. Im Flur hän­gen histo­ri­sche Bil­der an den Wän­den, die Vitri­nen sind aber bis­her leer.

Hier unter befin­det sich der Huber­tus­kel­ler mit sei­nen zwei rusti­ka­len Räu­men, die eben­falls für Ver­an­stal­tun­gen gemie­tet wer­den können.

Schloss Schlemmin – Gartenanlage

Wäh­rend das Schloss auf eige­ne Faust besucht wer­den konn­te, führ­te der neue Eigen­tü­mer die Besu­cher selbst durch einen Teil der Park­an­la­ge. Alles ist hier noch nicht wie­der­her­ge­stellt, denn nach jah­re­lan­ger Ver­nach­läs­si­gung wird es wohl noch etwas dau­ern, bis der gesam­te Schloss­park wie­der in altem Glanz erstrahlt. Rund um das Schloss hat sich aber bereits viel getan und Büsche sowie Sträu­cher und Bäu­me wur­den zurückgeschnitten.

Auch die herr­li­chen Eichen, die als Natur­denk­mal geschützt sind, kom­men nun wie­der rich­tig schön zur Gel­tung. Zuvor war hier ein­fach alles zuge­wu­chert, sodass selbst der Weg kaum noch begeh­bar war.

Die klei­ne Brücke wur­de eben­so wie­der­eröff­net, sodass es jetzt auch wie­der mög­lich ist, ein­mal um das Schloss herumzulaufen.

Beson­ders viel Arbeit wur­de auch in den Schloss­teich gesteckt. Inzwi­schen sind die Mau­ern zu erken­nen, die vor­her kom­plett über­wu­chert waren, und das Was­ser wur­de von der Enten­grüt­ze befreit. Somit hat man bei Spa­zier­gän­gen wie­der einen schö­nen Blick auf das strah­lend wei­ße Schloss, das einen neu­en Anstrich bekom­men hat.

Völ­lig in Rui­nen liegt hin­ge­gen noch eines der Neben­ge­bäu­de. Wäh­rend ande­re Gebäu­de ver­kauft oder abge­ris­sen wur­den, gehört die­ses Ensem­ble noch heu­te zum Schloss. Der neue Eigen­tü­mer möch­te es eben­so erhal­ten und hat zumin­dest schon erste Sta­bi­li­sie­rungs­maß­nah­men unter­nom­men. Jetzt liegt es an den Geneh­mi­gun­gen, dass ein Umbau statt­fin­den kann. In Zukunft soll es hier unter ande­rem einen Well­ness­be­reich geben.

Wie viel sich in der Park­an­la­ge getan hat, ist am besten zu sehen, wenn man vom Park­platz auf das Schloss schaut. Noch vor zwei Jah­ren war hier vom Gebäu­de eigent­lich gar nichts mehr zu sehen, die alten Sicht­ach­sen alle zuge­wu­chert. Inzwi­schen aber ist das Schloss wie­der von allen Sei­ten schön zu sehen und man könn­te fast erwar­ten, dass Her­zö­ge und Köni­ge bald wie­der zu Gast sein werden.

Eines der Pro­jek­te, die der neue Eigen­tü­mer im Park in Angriff genom­men hat, ist die Pfle­ge und Erhal­tung der zwei Lin­den­al­leen. Die­se wur­de frü­her immer gestutzt, dann aber über Jahr­zehn­te ver­nach­läs­sigt, sodass sie aus­ge­wach­sen waren. Da die Bäu­me aber nie tie­fe Wur­zeln gebil­det hat­ten, began­nen viel bei Stür­men umzu­kip­pen. Inzwi­schen sind die ver­blei­ben­den Bäu­me wie­der in Form gebracht wor­den und die feh­len­den Bäu­me sol­len ersetzt werden.

Neben dem Schloss befin­det sich die gro­ße Schloss­wie­se, die in Zukunft wie­der für Ver­an­stal­tun­gen und Fest­lich­kei­ten genutzt wer­den soll. Ein klei­ner Bereich ist heu­te schon zu einer Frei­luft­ter­ras­se für das Schlossca­fé umge­stal­tet worden.

Mit die­sen gärt­ne­ri­schen Arbei­ten ist die Gestal­tung des Parks aller­dings noch lan­ge nicht abge­schlos­sen. Das näch­ste gro­ße Pro­jekt ist die Wie­der­her­stel­lung des ein­sti­gen Küchen­gar­tens, von dem nur noch die Mau­ern erhal­ten sind. Einst wuch­sen hier sogar tro­pi­sche Pflan­zen, damit die Herr­schaf­ten fri­sches Obst und Gemü­se auf­ta­feln konn­ten. Das stellt sich auch der neue Eigen­tü­mer vor und man darf gespannt sein, wie sich die Park­an­la­ge von Schloss Schlem­min weiterentwickelt.

Schloss Schlemmin – Fazit

Ich habe die wech­sel­vol­le Geschich­te von Schloss Schlem­min über die letz­ten Jah­re immer wie­der ver­folgt und habe gehofft, dass sich jemand fin­det, der die­sem wun­der­schö­nen Klein­od neu­es Leben ein­haucht. Das scheint nun tat­säch­lich zu pas­sie­ren und der jet­zi­ge Eigen­tü­mer scheint das Pro­jekt mit gro­ßem Élan anzu­ge­hen. Mir hat die­ser Ein­blick ist das neue Schloss­ho­tel sehr gefal­len und ich kann mir durch­aus vor­stel­len, hier auch ein­mal zu übernachten.

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Betty

Es gibt nichts, was ich mehr liebe als die Welt zu bereisen. Immer mit dabei ist meine Kamera, wenn ich spannende Abenteuer erlebe und neue Reiseziele erkunde. Das Reisen bereitet mir so viel Freude, dass ich nun auch meine Leser an meinen Erlebnissen und Erfahrungen teilhaben lassen möchte.

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