Bismarck-Museum, Schönhausen (Elbe), Sachsen-Anhalt

Das Bismarck-Museum in Schönhausen (Elbe) ist dem Reichskanzler Otto von Bismarck gewidmet und befindet sich in einem erhaltenen Teil des Schlosses Schönhausen. Zusammen mit dem barocken Schlosspark gehört das Ensemble heute zu den historischen Parks in Sachsen-Anhalt.

Der Bischof von Havelberg gründete Anfang des 13. Jahrhunderts den Ort Schönhausen, der damals noch zum Kurfürstentum Brandenburg gehörte. Erst 1562 gelangte das Gelände durch einen Gebietstausch in den Besitz der Familie Bismarck. Anfang des 18. Jahrhunderts baute die Familie Bismarck zwei Schlösser auf ihrem Besitz, das heute größtenteils zerstörte Schloss I sowie das noch erhaltene Schloss II, das heute aber nicht mehr zum Museum gehört, sondern die Verwaltung beherbergt.

Am 1. April 1815 wurde Otto von Bismarck im Schloss I geboren, von dem heute nur noch das Torhaus erhalten ist. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Familie enteignet und 1958 entschloss sich die DDR dazu, das Schloss zu sprengen, da sie es als Symbol des preußischen Militarismus ansah. Eine Person soll sich aber geweigert haben das Gebäude zu verlassen, sodass der Schlossflügel mit dem Torhaus erhalten blieb. In diesem befindet sich heute das Museum. Vom Rest des Herrenhauses ist nur noch das Fundament zu erkennen.

Der Empfang des Museums ist kombiniert mit der Tourismusinformation in einem Nebengebäude ausgelagert, in dem sich auch eine weitere kleine Bismarck-Ausstellung befindet. Leider darf nirgendwo im Museum fotografiert werden, sodass ich keine Bilder von der wirklich interessanten Ausstellung zeigen kann, zu der auch Stücke aus dem zerstörten Schloss gehören.

Zum Schloss Schönhausen gehörte eine barocke Parkanlage, die noch heute erhalten ist und in Teilen wieder saniert wurde. Einen Rückschlag erhielt das Programm durch das Elbehochwasser 2012, als der Park komplett geflutet wurde. Den Aufzeichnungen der Bismarcks ist allerdings zu entnehmen, dass es nicht das erste Mal war, dass das Wasser in den Park eingedrungen ist.

Wie für Parkanlagen in der Barockzeit üblich, gab es geometrisch angelegte Formen und Wege, jedoch wurde ein Teil des im 18. Jahrhundert angelegten Gartens im 19. Jahrhundert in einem Landschaftsgarten umgewandelt. Inzwischen sind aber einige Strukturen und Sichtachsen des Gartens wieder angelegt worden, die zuvor zugewachsen waren. Auch zu Bismarcks Zeiten wurde das barocke Ensemble schon immer mehr vernachlässigt, da das Interesse an solchen Gärten nachließ.

Gleich neben dem Museum befindet sich das älteste Gebäude von Schönhausen, die 1212 gegründete romanische Kirche. Sie gehört zu den frühesten Backsteinbauten Mitteldeutschlands und wurde im Zuge der Gründung von Kloster Jerichow erbaut. In der Kirche sind noch heute einige Gräber der Familie Bismarck zu finden und es besteht noch eine weitere Verbindung zu Otto von Bismarck, denn er wurde 1815 hier getauft.

Bismarck Museum
Kirchberg 4-5, 39524 Schönhausen (Elbe)
April-Okt. Di-So 10-18, Okt-März Di-So 10-17 Uhr
Eintritt: 3 Euro (2021)

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Betty

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