Schlösser und Herrenhäuser zwischen Passau und Regensburg, Bayern

Auf einer Fahrt zwi­schen Pas­sau und Regens­burg habe ich mich auf die Suche nach inter­es­san­ten Schlös­sern und Her­ren­häu­sern bege­ben. Fün­dig bin ich in den klei­nen Orten, die sich an der A3 befin­den, die die bei­den Städ­te verbindet.

Schloss Rathmannsdorf

Mein erstes Ziel auf die­ser Fahrt ist Schloss Rath­manns­dorf, das einst zu den Resi­den­zen der Fürst­bi­schö­fe von Pas­sau gehör­te. Sicher bezeugt wird die Exi­stenz des Anwe­sens erst­ma­lig im Jahr 1400 und war damals noch in der Hand von Georg von Fraun­berg. Des­sen Sohn ver­kauf­te Rath­mann­dorf jedoch 1449 an Fürst­bi­schof Leon­hard von Laiming.

Um 1578 wur­de das Schloss als Vier­flü­gel­an­la­ge erneu­ert und blieb bis zur Säku­la­ri­sa­ti­on in Bay­ern im Jahr 1803 im Besitz des Hoch­stif­tes Pas­sau. Anschlie­ßend wur­de das Anwe­sen vom bay­ri­schen Staat ver­kauft und damit der Nie­der­gang der stol­zen Anla­ge ein­ge­lei­tet. Das ging so weit, dass der Süd­flü­gel wegen Bau­fäl­lig­keit ein­stürz­te und spä­ter sogar ein Abriss­an­trag für das histo­ri­sche Ensem­ble gestellt wurde.

Erst 2014 wur­de Schloss Rath­manns­dorf von einem neu­en Eigen­tü­mer über­nom­men, der zunächst Not­si­che­rungs­maß­nah­men durch­führt. Wei­ter­hin wur­den die ehe­ma­li­gen Stal­lun­gen zu Event­flä­chen umge­baut. Wie es mit dem Schloss selbst wei­ter­geht, wird die Zukunft zeigen.

Burgruine Winzer

Für mich geht die Fahrt nun wei­ter nach Markt Win­zer, wo ich auf einem klei­nen Berg die Burg­rui­ne Win­ter ent­decke. Zu sehen sind hier Reste einer Ring- und Zwin­ger­mau­ern mit Turm­stümp­fen an Nord‑, West- und Süd­sei­te sowie west- und ost­sei­ti­ge Mau­er­re­ste einer früh­mit­tel­al­ter­li­chen Burg­an­la­ge. Der Ort Win­zer wur­de 1005 erst­ma­lig erwähnt und schon kur­ze Zeit spä­ter ent­stand die Burg­an­la­ge, um die Gegend zu schüt­zen. Ab 1230 wur­den die Win­ze­rer Rit­ter, star­ben jedoch 1324 aus. Anschlie­ßend gab es wech­seln­de Besit­zer und die Burg wur­de bis 1603 präch­tig aus­ge­baut. Am 1. Novem­ber 1744 wur­de die Burg wäh­rend des öster­rei­chi­schen Erb­fol­ge­krie­ges jedoch gesprengt. Die Reste wur­den zunächst als Stein­bruch ver­wen­det, bis die Anla­ge im 19. Jahr­hun­dert von König Lud­wig I. unter Denk­mal­schutz gestellt wurde.

Schloss Egg

Ein rich­ti­ges klei­nes Mär­chen­schloss ist hin­ge­gen Schloss Egg, das auch besich­tigt wer­den kann. Zunächst war das Schloss im 11. Jahr­hun­dert eben­falls als Ver­tei­di­gungs­an­la­ge errich­tet wor­den. Noch heu­te ist es eine voll­stän­di­ge mit­tel­al­ter­li­che Burg­an­la­ge, die im Lau­fe der Jahr­hun­der­te vie­le Male die Besit­zer wech­sel­te. Heu­te gehört Schloss Egg den Nach­fah­ren von Fabri­kant und Kon­sul von Chi­na Joseph Maxi­mi­li­an Hartl, der das Anwe­sen 1939 kaufte.

Schloss Offenberg

Schloss Offen­berg wur­de auf einen Hügel erbaut und nur des­halb kann ich auch einen Blick auf das Gebäu­de wer­fen, das der­zeit nicht öffent­lich zugäng­lich ist. Erwähnt wur­de das Anwe­sen bereits im 14. Jahr­hun­dert und war anfangs ver­mut­lich eine Burg. Sein heu­ti­ges barockes Aus­se­hen erhielt Schloss Offen­berg durch einen Umbau um 1700 zu einer Drei­flü­gel­an­la­ge. Das Schloss befin­det sich in pri­va­ter Hand und wird für kul­tu­rel­le Ver­an­stal­tun­gen sowie von der Euro­päi­schen Aka­de­mie für Kultur- und Gesell­schafts­fra­gen genutzt.

Schloss Wörth

Etwas genau­er anschau­en kann ich mir hin­ge­gen das Schloss Wörth, das zwar inzwi­schen als Senio­ren­wohn­heim genutzt wird, aber zumin­dest im Außen­be­reich öffent­lich zugäng­lich ist. Der mäch­ti­ge Bau im Stil der Renais­sance hat Festungs­cha­rak­ter und ist fast voll­stän­dig erhal­ten. Schloss Wörth gehört zu den größ­ten Schlös­sern in Ostbayern.

Schloss Wörth wur­de ursprüng­lich bereits im 10. Jahr­hun­dert als Burg­an­la­ge und zur Ver­tei­di­gung gegrün­det. Es befand sich lan­ge Zeit im Besitzt der Regens­bur­ger Fürst­bi­schö­fe und erhielt sein heu­ti­ges Aus­se­hen im 16. und 17. Jahr­hun­dert. Die Anla­ge ist wahr­lich beein­druckend und zunächst kom­me ich durch ein äuße­res Tor­haus, an das sich ein lan­ger Gang anschließt, der von hohen Mau­ern umschlos­sen ist.

Der Gang mün­det in einen Was­ser­gra­ben, der wie­der­um von einer Brücke über­spannt ist, die in frü­he­ren Zei­ten eine Zug­brücke war, sodass die Anla­ge voll­stän­dig abge­schlos­sen wer­den konnte.

Nach dem Durch­schrei­ten des Tor­hau­ses fällt zunächst die Kapel­le auf, die 1616 erbaut wur­de und heu­te den west­li­chen Abschluss des Burg­ho­fes bildet.

Die Kapel­le ist auch das ein­zi­ge Gebäu­de, das ohne Füh­rung von innen besich­tigt wer­den kann. Ihre Aus­stat­tung stammt größ­ten­teils aus dem spä­ten 17. Jahr­hun­dert. Dazu gehö­ren ein Haupt­al­tar sowie zwei Sei­ten­al­tä­re. Das Altar­bild wur­de 1671 von Jakob Heybel geschaf­fen und zeigt den Tod Mari­as, das Bild auf dem lin­ken Altar zeigt das jüng­ste Gericht und auf der rech­ten Sei­te ist der hei­li­ge Mar­tin zu sehen, der sei­nen Man­tel mit einem Bett­ler teilt.

Beson­ders schön ist auch die Kan­zel, an der auf­wen­di­ge Roko­ko­schnit­ze­rei­en zu fin­den sind.

An die Kapel­le schließt sich der drei­flü­ge­li­ge Für­sten­bau an, der eben­falls im 16. und 17. Jahr­hun­dert erbaut wur­de und in dem sich noch heu­te eini­ge sehens­wer­te Räu­me befin­den. Histo­risch sind auch die Brun­nen im Innen­hof, die eben­falls im 17. Jahr­hun­dert erbaut wurden.

Der älte­ste Teil des Schlos­ses, der noch erhal­ten ist, ist aber der Wohn­turm, der bereits im 13. Jahr­hun­dert errich­tet wur­de und noch zu der ersten Burg­an­la­ge gehörte.

Schloss Wiesent

Die ursprüng­li­chen Erbau­er des Schlos­ses waren die Her­ren Wie­sent, doch das Schloss wur­de im Drei­ßig­jäh­ri­gen Krieg zer­stört. Ab 1695 begann der Neu­bau durch den Besit­zer zu jener Zeit, den Graf Rudolf von Lin­te­lo. Der Bau zur Stra­ße hin ist lang­ge­streckt und wird von zwei Tür­men flankiert.

Vor dem Schloss befand sich eigent­lich der Schloss­platz, der heu­te aber als Dorf­platz genutzt wird und auf dem ein Brun­nen auf­ge­stellt wur­de. Direkt vor dem Schloss führt die Stra­ße durch den Ort vorbei.

In der Mit­te des Schloss­baus befin­det sich ein mäch­ti­ges Por­tal, das das Jahr des Neu­baus 1695 zeigt und dar­über das Wap­pen der Gra­fen von Lintelo.

Schloss Wie­sent befin­det sich noch heu­te in Pri­vat­be­sitz. Im Gebäu­de befin­den sich Woh­nun­gen sowie Geschäf­te, dazu auch zwei Banken.

Walhalla

Kein Schloss oder Her­ren­haus, aber doch ein könig­li­ches Gebäu­de, ist die Wal­hal­la, die sich vor den Toren von Regens­burg befin­det. Die Gedenk­stät­te wur­de von 1830 bis 1842 im Auf­trag von König Lud­wig I. von Bay­ern errich­tet. Als Vor­bild dien­ten anti­ke Tem­pel­bau­ten und in der Hal­le wer­den bedeu­ten­de Per­so­nen aus der Geschich­te geehrt. Die Wal­hal­la kann auch besich­tigt wer­den, was ich aller­dings auf einer ande­ren Rei­se gemacht habe.

Schloss Barbing

Eben­falls vor den Toren von Regens­burg befin­det sich das klei­ne Schloss Bar­bing. Die Edel­her­ren von Bar­bing wur­den erst­ma­lig im 12. Jahr­hun­dert erwähnt und um 1344 gab es hier eine Nie­de­rungs­burg, die im Drei­ßig­jäh­ri­gen Krieg zer­stört und spä­ter wie­der auf­ge­baut wur­de. Um 1770 erfolg­te schließ­lich der Umbau zum Schloss. Nach­dem das Gebäu­de über Jahr­hun­der­te in adli­ger Hand war, wird es heu­te als Rat­haus von Bar­bing genutzt.

Wasserschloss Gebelkofen

Das letz­te Schloss, das ich auf die­ser Fahrt besu­che, ist das Was­ser­schloss Gebel­k­ofen. Das Was­ser­schloss wur­de zunächst von den Her­ren von Gebel­k­ofen als Was­ser­burg erbaut und um 1200 erst­ma­lig erwähnt. Im Jahr 1553 wur­de das Anwe­sen von Kas­par Ler­chen­fel­der von Strau­bing erwor­ben und befin­det sich seit­dem in die­ser Familie.

Im Drei­ßig­jäh­ri­gen Krieg wur­de das Schloss zunächst stark beschä­digt, im 17. Jahr­hun­dert aber zer­stört und um 1750 wie­der neu auf­ge­baut. Der letz­te gro­ße Umbau erfolg­te, nach­dem es 1934 zu einem Dach­stuhl­brand gekom­men war. In den 1990er Jah­ren wur­de das Schloss in Woh­nun­gen unter­teilt und es wird noch heu­te zu Wohn­zwecken genutzt.

Die vier­flü­ge­li­ge Anla­ge wird noch heu­te von einem Was­ser­gra­ben umge­ben und ist noch heu­te erhal­ten, wie auch die histo­ri­sche Toreinfahrt.

Für mich geht es nun nach Regens­burg, wo ich mich im histo­ri­schen Stadt­zen­trum umse­hen möch­te. Doch davon erzäh­le ich in einem ande­ren Artikel.

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Betty

Es gibt nichts, was ich mehr liebe als die Welt zu bereisen. Immer mit dabei ist meine Kamera, wenn ich spannende Abenteuer erlebe und neue Reiseziele erkunde. Das Reisen bereitet mir so viel Freude, dass ich nun auch meine Leser an meinen Erlebnissen und Erfahrungen teilhaben lassen möchte.

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