Zeecksche Villa, Rostock, Mecklenburg-Vorpommern

Die Zeeck­sche Vil­la im Her­zen Rostocks fri­stet seit eini­gen Jah­ren ein Schat­ten­da­sein und stand zum Ver­kauf. Kürz­lich aber wur­de der über hun­dert Jah­re alte Pracht­bau von einer Hotel­ket­te erwor­ben, die hier ihre Zen­tra­le ein­rich­ten will. Bevor jedoch mit der Sanie­rung begon­nen wur­de, öff­ne­ten die neu­en Besit­zer das Haus am „Tag des offe­nen Denk­mals” für die Öffentlichkeit. 

An der viel befah­re­nen August-​Bebel-​Straße, direkt am Ran­de der histo­ri­schen Innen­stadt von Rostock, befin­det sich die Zeeck­sche Vil­la. 1909 vom bekann­ten Archi­tek­ten Paul Korff für den Rostocker Kauf­mann Gustav Carl August Zeeck gebaut, wur­de sie bis 2015 vom phy­si­schen Insti­tut der Uni Rostock genutzt.

Noch heu­te sieht man dem im Stil des Histo­ris­mus gebau­ten Haus an, dass hier einst ein wohl­ha­ben­der Rostocker wohn­te. Gan­ze 49 Zim­mer auf vier Eta­gen hat die Vil­la und eine Wohn­flä­che von 880 Qua­drat­me­tern. Das Grund­stück, auf dem das Haus steht, ist 1800 Qua­drat­me­ter groß.

Eini­ge Jah­re stand das Gebäu­de nun leer, bis es von der Arco­na Hotel­grup­pe gekauft wur­de, die hier ihren Fir­men­sitz unter­brin­gen will. Doch anläss­lich des Tages des Denk­mals konn­te sich erst ein­mal jeder Inter­es­sier­te in dem histo­ri­schen Haus umse­hen, denn das ist nicht nur außen pracht­voll gestal­tet und steht seit vie­len Jah­ren unter Denkmalschutz.

Bis zum Zwei­ten Welt­krieg wur­de die Vil­la als Wohn- und Geschäfts­haus genutzt, danach zog die rus­si­sche Kom­man­dan­tur ein, die aber nur kurz blieb. Von 1955 bis 2015 hat­te die Uni­ver­si­tät von Rostock das Gebäu­de ange­mie­tet. Wahr­schein­lich ist es die­ser Lang­zeit­nut­zung zu ver­dan­ken, dass auch im Inne­ren noch vie­le histo­ri­sche Ele­men­te, wie das wun­der­schö­ne Trep­pen­haus, erhal­ten geblie­ben sind.

Zum Tag des offe­nen Denk­mals wur­den nun aber nicht ein­fach nur die Türen zum Haus geöff­net. In den Räu­men des Erd­ge­schos­ses gab es eine Aus­stel­lung zu Gustav Zeeck und sei­ner Vil­la. Zeeck ist in Rostock kein Unbe­kann­ter, denn er besaß ein gro­ßes Kauf­haus in der Krö­pe­li­ner Stra­ße, der Ein­kaufs­mei­le der Stadt. Auch das Kauf­haus gibt es noch heu­te und wird noch immer als sol­ches genutzt.

Über eine brei­te, höl­zer­ne Trep­pe sind die obe­ren Stock­wer­ke zu errei­chen. Beson­ders das Trep­pen­haus mit sei­nen Holz­ar­bei­ten ist hier das Schmuckstück.

In vie­len der Zim­mer und Flu­re ist jedoch zu sehen, dass hier wäh­rend der DDR Zeit nicht son­der­lich auf die histo­ri­sche Bau­sub­stanz Rück­sicht genom­men wurde.

Beim genaue­ren Hin­se­hen sind dann aber doch immer wie­der klei­ne Details zu sehen, die die letz­ten 80 Jah­re Fremd­nut­zung über­stan­den haben, wie die­se ver­zier­ten Heizkörper…

… oder ein fan­ta­sti­scher Ein­bau­schrank mit immer noch funk­tio­nie­ren­den Schubfächern.

Auch eini­ge Öfen sowie etli­che Stuck­ar­bei­ten sind im Gebäu­de zu finden.

Von der einst präch­ti­gen Aus­stat­tung zeu­gen außer­dem die Flie­sen im ehe­ma­li­gen Badezimmer.

Wäh­rend der Besich­ti­gung ist es mög­lich, bis unter das Dach zu klet­tern, wo zuletzt 1997 klei­ne­re Instand­hal­tungs­ar­bei­ten durch­ge­führt wurden.

Zur Gar­ten­sei­te ver­fügt die Vil­la Zeeck über meh­re­re Bal­ko­ne, die einen schö­nen Aus­blick über die Grün­flä­che, aber auch detail­lier­te Blicke auf die Ver­zie­run­gen am Gebäu­de, ermöglichen.

Nach­dem die Vil­la Zeeck in Abstim­mung mit dem Denk­mal­schutz grund­sa­niert wur­de, soll sie Büros und Bespre­chungs­räu­me beher­ber­gen, aber trotz­dem noch ein histo­ri­sches Klein­od im Her­zen Rostocks sein.

Ob und wann die Zeeck­sche Vil­la noch ein­mal zu besich­ti­gen sein wird, ist der­zeit nicht bekannt. Ich wer­de aber auf jeden Fall mal wie­der bei dem Gebäu­de vor­bei­schau­en und hof­fent­lich auch ein­mal das reno­vier­te Haus zu Gesicht bekommen.

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Betty

Es gibt nichts, was ich mehr liebe als die Welt zu bereisen. Immer mit dabei ist meine Kamera, wenn ich spannende Abenteuer erlebe und neue Reiseziele erkunde. Das Reisen bereitet mir so viel Freude, dass ich nun auch meine Leser an meinen Erlebnissen und Erfahrungen teilhaben lassen möchte.

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