Villa Rothschild, Marriott Autograph Collection, Königstein, Hessen

Die Vil­la Roth­schild ist ein ehe­ma­li­ges Wohn­haus der berühm­ten Fami­lie, das heu­te als Hotel geführt wird. Seit kur­zer Zeit gehört es zur Auto­graph Coll­ec­tion von Mar­riott und befin­det sich im mon­dä­nen König­stein in der Nähe von Frankfurt/​ Main.

Villa Rothschild, Marriott Autograph Collection – Geschichte

Schon die Ein­fahrt zur Vil­la Roth­schild ist ele­gant und erin­nert eher an ein eng­li­sches Her­ren­haus, denn an ein Hotel. Nur die Wer­be­pla­ka­te erin­nern dar­an, dass sich hier nie­mand mehr wohnt und heu­te Gäste beher­bergt und ver­kö­stigt werden.

Durch einen klei­nen Park führt die Zufahrt stil­echt bis zum Her­ren­haus, wo hin­ter einer Baum­rei­he ein Park­platz ange­legt wur­de. Von hier sind es nur weni­ger Schrit­te bis zum Haupteingang.

Doch nicht immer war die­ses ele­gan­te Her­ren­haus für die Öffent­lich­keit zugäng­lich, denn eigent­lich wur­de es als Pri­vat­haus erbaut. Die Geschich­te der Vil­la wird in der Hal­le gleich hin­ter der Haus­tür erzählt.

Es war das Jahr 1887 als die Fami­lie Roth­schild den ersten Auf­trag für einen Ent­wurf einer Vil­la in König­stein gab. Das Modell wur­de ein Jahr spä­ter im Roth­schild Palais in Frank­furt aus­ge­stellt und der König­stei­ner Gemein­de­rat berat­schlag­te zunächst, ob für den Bau eine Geneh­mi­gung erfol­gen soll­te. Der Antrag wur­de schließ­lich posi­tiv beschie­den und so konn­ten noch 1888 die Bau­ar­bei­ten auf dem zehn Hekt­ar gro­ßen Gelän­de beginnen.

Nach der Fer­tig­stel­lung der Vil­la konn­ten Wil­helm Carl von Roth­schild und sei­ne Fami­lie in den Bau mit sei­nen zwei­und­zwan­zig Zim­mern ein­zie­hen. Die Vil­la soll­te nur als Som­mer­do­mi­zil genutzt wer­den, da die Fami­lie eine wei­te­re Immo­bi­lie in Frank­furt besaß. Aller­dings war die Luft im Tau­nus viel bes­ser als in der Stadt, sodass die Vil­la auch eine Art Rück­zugs­ort sein soll­te. Schon die Ein­wei­hung war dann auch ein gesell­schaft­li­ches Ereig­nis, zu dem sogar die eng­li­sche Köni­gin Vic­to­ria und der Prin­ce of Wales nach König­stein kamen. Fort­an war die Vil­la Roth­schild ein Treff­punkt für vie­le der bekann­te­sten Per­sön­lich­kei­ten die­ser Zeit.

Kurz vor Beginn des Zwei­ten Welt­krie­ges wur­de auch die jüdi­sche Fami­lie Roth­schild ent­eig­net und die Vil­la wech­sel­te mehr­mals den Besit­zer. Nach Kriegs­en­de über 1948 das Land Hes­sen die Immo­bi­lie. In den fol­gen­den zwei Jah­ren wur­de die Vil­la Roth­schild als Tagungs­haus von Gre­mi­en des ver­ei­nig­ten Wirt­schafts­ge­biets und der west­deut­schen Mini­ster­prä­si­den­ten genutzt und gilt als Wie­ge des Grund­ge­set­zes der Bun­des­re­pu­blik Deutschland.

Im Jahr 1955 kauf­te schließ­lich die Stadt König­stein die Vil­la von der Fami­lie Roth­schild, der das Anwe­sen zwi­schen­zeit­lich zurück­ge­ge­ben wur­de. Nur ein Jahr spä­ter eröff­ne­te das Hotel Son­nen­hof, das bis 2005 betrie­ben wur­de. Da weder die Stadt noch der Päch­ter das Geld für die Grund­sa­nie­rung auf­brin­gen konn­ten, muss­te das Haus damals schlie­ßen. Doch glück­li­cher­wei­se fand sich zwei Jah­re spä­ter ein neu­er Betrei­ber, der das Haus in Erb­pacht über­nahm und sanier­te. Seit­dem ist die Vil­la als fünf-​Sterne-​superior Haus wie­der für Gäste geöffnet.

Villa Rothschild, Marriott Autograph Collection – Check-​in und Lobby

Da es sich bei der Vil­la Roth­schild nicht um einen Hotel­bau im her­kömm­li­chen Sin­ne han­delt, gibt es auch kei­ne rich­ti­ge Lob­by. Die Rezep­ti­on ist im lin­ken Teil des Flurs im Erd­ge­schoss zu fin­den. Hier wer­de ich sehr freund­lich begrüßt und nach­dem ich schon über die Mar­riott App ein­ge­checkt hat­te, zügig mei­ne Schlüs­sel­kar­te überreicht.

Anson­sten gibt es noch eine Sitz­ecke im Flur vor dem Auf­gang zur Trep­pe in das erste Obergeschoss.

Über die­se Trep­pe gehe ich eine Eta­ge nach oben, wo sich mein Zim­mer befin­det. Es gibt aber auch einen klei­nen Fahr­stuhl, der sich gleich neben dem Trep­pen­auf­gang befindet.

Da es sich bei der Vil­la einst um ein Wohn­haus han­del­te, sind die Flu­re etwas ver­schach­telt, aber sehr geräu­mig. Beson­ders toll sind die hohen Decken, die an einer Stel­le sogar mit einem Ober­licht aus­ge­stat­tet sind.

Auf dem Weg zu mei­nem Zim­mer kom­me ich an der Trep­pe ins zwei­te Ober­ge­schoss vor­bei. Die­se ist etwas klei­ner und schma­ler, wie es in sol­chen Her­ren­häu­sern üblich ist.

An den Wän­den der Flu­re sind auch vie­le histo­ri­sche Foto­gra­fien der Vil­la aus frü­he­ren Zei­ten zu sehen. Des­halb lohnt es sich auch, die gesam­ten Flu­re abzu­lau­fen, wenn man an der Geschich­te der Vil­la inter­es­siert ist.

Villa Rothschild, Marriott Autograph Collection – Zimmer

Ich betre­te das Zim­mer und ste­he sofort im Haupt­raum, wie es in vie­len histo­ri­schen Hotels der Fall ist, da die Zim­mer ursprüng­lich ein­mal Wohn­räu­me waren.

Der erste Blick ins Zim­mer gefällt. Es ist zwar nicht son­der­lich groß, aber sehr geschmack­voll eingerichtet.

Das Dop­pel­bett ist sehr bequem und es gibt ver­schie­de­ne Kis­sen­grö­ßen, was sehr ange­nehm ist.

An einem der Fen­ster ste­hen ein Tisch sowie zwei beque­me Ses­sel. Auf dem Tisch ste­hen eine Fla­sche, ein Will­kom­mens­brief sowie eine klei­ne, süße Auf­merk­sam­keit für mich bereit.

Schräg gegen­über steht der Schreib­tisch an der Wand. Zum län­ge­ren Arbei­ten ist er auf­grund eines Holz­ran­des aller­dings weni­ger geeignet.

Das Zim­mer ist außer­dem mit einem vier­tei­li­gen Ein­bau­schrank aus­ge­stat­tet, in dem sich auch die gut aus­ge­stat­te­te Mini­bar befindet.

Die­ses Zim­mer ist Tho­mas Alva Edi­son gewid­met und es gibt sowohl zwei Bücher über den Erfin­der auf dem Zim­mer sowie eine histo­ri­sche Glüh­bir­ne, die an sei­ne wahr­schein­lich größ­te Erfin­dung erinnert.

Der Aus­blick aus dem Zim­mer zeigt auf die Vor­der­front des Hau­ses und über­blickt einen Teil des Parks.

Das Bade­zim­mer ist sehr edel aus­ge­stat­tet und über­ra­schend groß. Es hat bestimmt die hal­be Grö­ße des Zim­mers. Lei­der gibt es nur eine Dusche und kei­ne Bade­wan­ne, dafür aber zwei Wasch­ti­sche mit reich­lich Abla­ge. Die Hygie­ne­pro­duk­te sind sehr hoch­wer­tig und von L’Occitane.

Am Abend wird im Hotel ein Turn­down Ser­vice gebo­ten, bei dem das Zim­mer noch ein­mal auf­ge­frischt und das Bett auf­ge­deckt wird.

Villa Rothschild, Marriott Autograph Collection – Bar und Lounge

Die Bar des Hau­ses befin­det sich im Erd­ge­schoss. Die­ser Raum ist die ehe­ma­li­ge Biblio­thek der Fami­lie Roth­schild. Alles ist dem Stil der Vil­la ange­passt und passt sich sehr schön in die Räum­lich­kei­ten an.

In eini­gen Nischen hän­gen Foto­gra­fien von Poli­ti­kern, die hier einst gewirkt haben. Es ist schon erstaun­lich, wel­che Geschich­te sich hin­ter die­sen Mau­ern verbirgt.

Der schön­ste Platz aber ist der vor dem gro­ßen Pan­ora­ma­fen­ster, denn von hier reicht der Blick weit über den Park und dar­über hinaus.

Villa Rothschild, Marriott Autograph Collection – Veranstaltungsräume

In den Reprä­sen­ta­ti­ons­räu­men der Fami­lie Roth­schild im Erd­ge­schoss befin­den sich heu­te die Ver­an­stal­tungs­räu­me, die für Mee­tings oder Hoch­zei­ten ange­mie­tet wer­den können.

Villa Rothschild, Marriott Autograph Collection – Bibliothek

Wäh­rend sich in der alten Biblio­thek heu­te die Bar befin­det, wur­de in einem Neben­raum eine neue Biblio­thek ein­ge­rich­tet, die ein ruhi­ges Plätz­chen zum Aus­ru­hen und Ent­span­nen bietet.

Villa Rothschild, Marriott Autograph Collection – Weinkeller

Die Vil­la ver­fügt auch über einen eige­nen klei­nen Wein­kel­ler. Wie könn­te es auch anders sein, wo doch auch Tei­le der Fami­lie Roth­schild im Wein­ge­schäft tätig sind. Hier sind eini­ge edle Trop­fen zu finden.

Villa Rothschild, Marriott Autograph Collection – Restaurant

Das Hotel ver­fügt auch über ein Restau­rant, das erst vor weni­gen Jah­ren neu eröff­net wur­de und nun gesun­de und leich­te Küche anbie­tet. Lei­der konn­te ich es bei mei­nem Auf­ent­halt nicht selbst testen.

Villa Rothschild, Marriott Autograph Collection – Parkanlage

Die Vil­la ist von einem gro­ßen Park umge­ben, der teil­wei­se auch von der Öffent­lich­keit genutzt wer­den kann. Nur das Gelän­de direkt vor dem Hotel ist den Gästen vorbehalten.

Der gro­ße Park rund um die Vil­la ent­stand, da die Fami­lie Roth­schild alle Grund­stücke rund um ihr eige­nes auf­ge­kauft hat. Und der schön­ste Aus­blick ist noch heu­te zu sehen, genau aus dem Fen­ster des Salons, hin­ter dem sich heu­te die Bar verbirgt.

Von hier geht der Blick über den gro­ßen Rasen bis hin nach Frank­furt und im Vor­der­grund ist sehr schön die Burg Kron­berg zu sehen.

Die Burg wur­de zwi­schen 1170 und 1505 erbaut. Heu­te ist sie im Besitz der Stadt Kron­berg und kann geben ein Ein­tritts­geld besich­tigt werden.

Villa Rothschild, Marriott Autograph Collection – Fazit

Mir hat mein Auf­ent­halt in der Vil­la Roth­schild aus­ge­zeich­net gefal­len. Das klei­ne Boutique-​Hotel mit sei­nen nur zwei­und­zwan­zig Zim­mern ist sehr intim und wirk­lich toll aus­ge­stat­tet. Die Lage im Park sorgt dafür, dass es sehr ruhig ist. Die Vil­la ver­fügt zwar über ein Restau­rant und eine Bar, hat aber kei­nen Wellness-​Bereich. Die­ser kann aber im Schwe­stern­ho­tel Fal­ken­stein Grand genutzt wer­den, das sich nur weni­ge Kilo­me­ter ent­fernt befin­det und auch mit einem Hotels­hut­tle erreicht wer­den kann.

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Betty

Es gibt nichts, was ich mehr liebe als die Welt zu bereisen. Immer mit dabei ist meine Kamera, wenn ich spannende Abenteuer erlebe und neue Reiseziele erkunde. Das Reisen bereitet mir so viel Freude, dass ich nun auch meine Leser an meinen Erlebnissen und Erfahrungen teilhaben lassen möchte.

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