Hotel Reichshof, Hamburg

Bei sei­ner Eröff­nung im Jahr 1910 war es eines der größ­ten Hotels in Euro­pa und das größ­te Hotel Deutsch­lands, das Hotel Reichs­hof gegen­über des Ham­bur­ger Bahn­hofs. Seit 2015 erstrahlt es nun wie­der in neu­em Glanz, nach­dem das Haus einer Kom­plett­sa­nie­rung unter­zo­gen wur­de und es als Curio by Hil­ton wie­der­eröff­ne­te. Die lan­ge Ham­bur­ger Tra­di­ti­on ist aber auch heu­te noch in jeder Ecke des Hotels zu spüren. 

Für mei­ne Über­nach­tung in Ham­burg such­te ich ein Hotel, das ich noch nicht kann­te und in dem ich auch von mei­nem Hil­ton Hotel Sta­tus pro­fi­tie­ren konn­te. Da ich auch eine Vor­lie­be für histo­ri­sche Hotels mit Geschich­te habe, fiel mei­ne Wahl auf das Hotel Reichs­hof. Schon wenn man vor dem Ein­gang steht, spürt man das tol­le Flair des vier-​Sterne Supe­ri­or Hotels. Auch die Lage kann punk­ten, denn man erreicht den Reichs­hof gut mit dem Auto und der Haupt­bahn­hof liegt gleich schräg über die Straße.

Die wah­re Pracht des Gebäu­des erlebt man aber erst in der Lob­by. Ich bin begei­stert, denn die Bil­der, die ich gese­hen hat­te, ent­spre­chen hier durch­aus der Wirk­lich­keit. Auch auf klein­ste Details hat man bei der auf­wen­di­gen Restau­rie­rung geach­tet und so das Flair der 20er Jah­re wie­der auf­le­ben las­sen. 600 Qua­drat­me­ter ist die Lob­by groß und hat sechs Meter hohe Decken.

Gleich rechts von der Ein­gangs­tür gibt es eine gemüt­li­che Sitz­ecke mit vie­len histo­ri­schen Fotos, von der man das Trei­ben auf der Stra­ße durch die gro­ßen Fen­ster ver­fol­gen kann.

Lin­ker Hand befin­det sich Emil’s Café, Bistro und Bar, benannt nach Hotel­grün­der Emil Lan­ger. Hier gibt es Geträn­ke und klei­ne Snacks zu jeder Tageszeit.

Gleich gegen­über liegt der Mar­ket­place, in dem man sich man Spei­sen und Geträn­ken zum Mit­neh­men ver­sor­gen kann.

Vor dem rie­si­gen Spie­gel befin­det sich die Rezep­ti­on. Der Check-​in ist freund­lich und effi­zi­ent. Ich wer­de mit Namen begrüßt und mir wird für mei­ne Loya­li­tät als Dia­mond Mem­ber bei Hil­ton Honors gedankt. Wei­ter­hin wird mir mit­ge­teilt, dass ich ein Upgrade auf eine Suite bekom­me, sowie das kosten­lo­se Früh­stück am näch­sten Mor­gen im Restau­rant. Auch ist man mir sofort bei der Suche nach einem gün­sti­gen Park­platz behilf­lich. Mir wird das Park­haus hin­ter dem Hotel emp­foh­len, das, wenn man im Vor­aus bezahlt, nur 10 Euro (2017) für bis zu 24 Stun­den kostet.

Ich schaue mich noch ein wenig in der wirk­lich beein­drucken­den Lob­by um, bevor ich in mein Zim­mer gehe.

Dabei ent­decke ich auch die­se Gedenk­ta­fel für Emil Lan­ger, der das Hotel zwi­schen 1906 und 1910 erbau­en ließ. Lan­ger war ehe­ma­li­ger Küchen­di­rek­tor auf den Oce­an Linern der Ree­de­rei HAPAG und sei­ne Fami­lie besaß schon eini­ge Her­ber­gen in Ham­burg. Ein­fluss auf die Gestal­tung des Hau­ses hat­te aber auch ein guter Freund von Emil Lan­ger, der Ree­der und HAPAG-​Generaldirektor Albert Bal­lin. Den Namen Reichs­hof erhielt es übri­gens zu Ehren von Kai­ser Wil­helm II.

Über eine kur­ze Trep­pe erreicht man einen wei­te­ren Auf­ent­halts­raum in der Lob­by, in dem es sich abseits vom Tru­bel der Haupt­hal­le auch gut arbei­ten lässt. Schnel­les Inter­net ist im gan­zen Haus vorhanden.

Inter­es­sant ist übri­gens auch die Tat­sa­che, dass der Reichs­hof seit sei­ner Eröff­nung hoch­mo­dern aus­ge­stat­tet war. Schon damals hat­ten alle Zim­mer flie­ßen­des Was­ser, elek­tri­schen Strom sowie Tele­fon­an­schlüs­se. Sogar eine Tief­ga­ra­ge gab es, die aber heu­te nicht mehr exi­stiert. Im Unter­ge­schoss sind heu­te Fit­ness­räu­me sowie ein Sauna- und Kos­me­tik­be­reich untergebracht.

Nun wird es aber Zeit, sich mein Zim­mer anzu­se­hen. Die­ses errei­che ich über die Fahr­stüh­le, die durch ihre histo­ri­sche Kenn­zeich­nung kaum zu über­se­hen sind.

Ich fah­re in den zwei­ten Stock, wo sich mei­ne Suite befin­det. Das Haus ist, wie frü­her üblich, recht ver­schach­telt und um meh­re­re Innen­hö­fe gebaut.

Die Stra­ßen­front macht nur einen klei­nen Teil der Zim­mer aus. Ins­ge­samt gibt es 278 Zim­mer, sechs Junior-​Suiten sowie drei One-​Bedroom Sui­ten. Auch in den Flu­ren des Hotels spürt man den histo­ri­schen Touch. Über­all ent­decke ich viel Lie­be zum Detail.

Mei­ne Suite 204 emp­fängt mich mit einem Blick in das Wohn­zim­mer, das mit Couch, Ses­sel sowie TV aus­ge­stat­tet ist. Gleich rechts neben der Tür befin­det sich noch ein Schreibtisch.

Auf dem Schreib­tisch befin­det sich ein Begrü­ßungs­ge­schenk für mich, eine sehr net­te Geste.

Wei­ter­hin fin­de ich auf dem Schreib­tisch ein Suite-​Pad. Das Tablet ersetzt nicht nur den sonst übli­chen Hef­ter mit Infor­ma­tio­nen zum Hotel, son­dern kann auch zum Sur­fen im Inter­net genutzt werden.

Durch zwei Schie­be­tü­ren betritt man das Schlaf­zim­mer, das mit einem groß­zü­gi­gen Dop­pel­bett sowie einem wei­te­ren TV Gerät aus­ge­stat­tet ist. Sehr schön fin­de ich auch hier die Ver­bin­dung zwi­schen moder­nem Zim­mer und histo­ri­schem Touch gelungen.

Das Bett ist super bequem und mit hoch­wer­ti­ger Bett­wä­sche bezo­gen. Und auch wenn die Suite zur Stra­ße zeigt, so ver­nimmt man doch kei­nen Lärm, denn die Fen­ster sind per­fekt gegen Schall isoliert.

Eben­falls im Schlaf­zim­mer befin­det sich ein gro­ßer Einbauschrank.

Dar­in ein­ge­baut sind ein Kühl­schrank sowie ein Fach, in dem sich eine Kaf­fee­ma­schi­ne sowie Was­ser­fla­schen befinden.

Wäh­rend des Auf­ent­halts ste­hen in der Suite auch Bade­män­tel sowie Flip Flops und ein Regen­schirm zur Ver­fü­gung. Bügel­brett und Bügel­eisen sind eben­falls vor­han­den. Das Hotel bie­tet aber auch einen Wäsche­ser­vice an.

Vom Schlaf­zim­mer führt eine wei­te­re Tür ins Bad, das für eine Suite schon etwas klein gera­ten ist. Das ist aber wohl dem histo­ri­schen Gebäu­de geschul­det. Es gibt nur ein Wasch­becken, Bade­wan­ne und Dusche sind aber getrennt.

Pfle­ge­pro­duk­te gibt es sowohl in Spen­dern an der Wand als auch indi­vi­du­ell abge­packt von „The White Com­pa­ny”. Sogar eine Wage steht im Bad bereit.

Ich habe mich in mei­ner Suite sehr wohl­ge­fühlt und gut geschla­fen. Am näch­sten Mor­gen gehe ich in das Stadt-​Restaurant zum Früh­stück. Der wun­der­schö­ne Spei­se­saal wur­de wie das Restau­rant eines Kreuz­fahrt­schif­fes gebaut und sehr opu­lent ver­ziert. Das Früh­stück gibt es in Buf­fet­form, jedoch wer­den Eier­ge­rich­te nach Wunsch zube­rei­tet. Die Aus­wahl ist reich­hal­tig und sehr schmackhaft.

Der Check-​out am näch­sten Mor­gen ist sehr pro­fes­sio­nell und freund­lich. Die Rech­nung kann man sich auf Wunsch auch per E‑Mail zusen­den lassen.

Fazit: Das Hotel Reichs­hof ist ein wun­der­schö­nes Stadt­ho­tel in Ham­burg, das ich jeder­zeit wie­der besu­chen wür­de. Durch das ein­ma­li­ge Flair fühlt man sich fast etwas in die 20er Jah­re zurück­ver­setzt, die Zim­mer sind jedoch sehr modern und makel­los sau­ber. Durch das ein­ma­li­ge Design fühlt man sich jedoch nicht wie in einem x‑beliebigen Ket­ten­ho­tel, son­dern in die­sem Ham­bur­ger Klein­od aus­ge­zeich­net aufgehoben.

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Betty

Es gibt nichts, was ich mehr liebe als die Welt zu bereisen. Immer mit dabei ist meine Kamera, wenn ich spannende Abenteuer erlebe und neue Reiseziele erkunde. Das Reisen bereitet mir so viel Freude, dass ich nun auch meine Leser an meinen Erlebnissen und Erfahrungen teilhaben lassen möchte.

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