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Rundgang durch New Castle, Delaware

New Castle, das an der Mündung des Delaware River in die Delaware Bay liegt, ist von großer historischer Bedeutung für die jungen Vereinigten Staaten und schon vor der Gründung der ersten Kolonien gab es hier Bewohner. Das Indianerdorf Tomakonck hat sich hier befunden, bevor sich die Niederländer 1651 als erste Europäer niederließen. Heute ist das Städtchen liebevoll restauriert und zeigt seine historischen Schmuckstücke voller Stolz.

Ich fahre direkt ins Herz der Stadt und parke mein Auto gegenüber des New Castle Common. Das Zentrum wird hier von alten Backsteinhäusern eingerahmt, die alle perfekt restauriert wurden.

Gleich um die Ecke stoße ich dann auch schon auf die Statue eines der bekanntesten Siedler, der mit der Geschichte von New Castle untrennbar verbunden ist – William Penn. Der Gründer von Philadelphia landete hier zuerst an der Küste, an einer Stelle, die ich später noch besuchen werde.

Zuerst einmal gehe ich in das schöne Visitor Center und hole mir ein paar zusätzliche Informationen. Hier erfahre ich auch, dass ich genau ein Wochenende zu früh bin, um die meisten Häuser von innen zu sehen. Wegen des frühen Osterfestes hat man in diesem Jahr leider noch nicht geöffnet. Nur das Court House könne ich anschauen, erklärt mir die nette Dame, die hier arbeitet. So lasse ich mir einen Stadtplan geben, um zumindest einen Rundgang durch die historische Altstadt zu machen, dass Wetter lädt heute geradezu dazu ein.

Die ersten Schritte lege ich dann auch gleich auf Kopfsteinpflaster zurück, mit dem hier noch einige Straßen gepflastert sind und komme an gepflegten Häusern und Kirchen vorbei.

Schließlich erreiche ich die Mündung des Delaware Rivers. Von hier kann ich bis zur 3281 Meter langen Delaware Memorial Bridge schauen, die ich schon öfter bei meiner Fahrt von New York nach Washington selbst genutzt habe. Eigentlich sind es heute zwei Hängebrücken, die hier den Delaware River überspannen. Die erste wurde 1951 eröffnet und die zweite im Jahr 1968, da schon damals 15 Millionen Fahrzeuge im Jahr gezählt wurden und eine Brücke nicht mehr ausreichte. Heute kostet die Überfahrt in Richtung Süden vier Dollar, in Richtung Norden ist sie kostenlos.

An der Uferstraße entdecke ich dann auch einige sehr schöne Häuser, die schon etwas Südstaatenflair versprühen.

Die Grünfläche am Ufer sowie einige Relikte im Fluss gehören zum historischen Fort Casimir. 1651 wurde es von den Niederländer gegründet und nach Ernest Casimir of Nassau benannt. 1654 nahmen die Schweden den Außenposten ein und benannten ihn Fort Trefalddigeth, doch schon ein Jahr später wurde es zurück erobert, bis 1658 wieder aufgebaut und Fort Amstel genannt. Erst 1664 übergab man das Fort an die Briten, die es in den 1680ziger Jahren aufgaben.

Ich laufe weiter, wieder etwas vom Ufer weg und durch die Straßen der Stadt, wo ich das George Read House erreiche. Das heutige Haus wurde für George Read Jr. erbaut, nachdem ein Vorgänger abbrannte. Es war einst das größte Privathaus in Delaware und zeigte, wie wohlhabend und bedeutend die Familie Read war. George Read Sr. war Staatsmann und Unterzeichner der Unabhängigkeitserklärung. Gerne hätte ich mir das Haus auch von innen angeschaut, doch leider hat auch dieses Museum noch nicht geöffnet.

So bleibt mir nur noch ein kurzer Blick über den Gartenzaun in den ab 1847 von William Couper angelegten Garten.

Als nächstes erreiche ich Packet Alley. Die kleine Gasse war einst die wichtigste Straße in New Castle. An ihrem Fuße legten die Handelsschiffe an und hier befand sich der Halt der Postkutsche. Andrew Jackson, David Crockett, Daniel Webster, Henry Clay, Lord Ashburton, Sam Houston, Louis Napoleon, Stonewall Jackson, Indianer (angeführt von Osceola und Black Hawk), sie alle kamen hier entlang. Und so folge auch ich für einen kurzen Moment diesem historischen Pfad, bevor ich weiter laufe.

Schließlich erreiche ich einen kleinen Park, der sich wieder bis zum Wasser erstreckt. Dort steht ein kleines Gebäude und daneben befinden sich einige Hinweistafel. Das will ich mir näher anschauen.

Die erste Tafel, die ich entdecke, markiert den Ort, an dem William Penn 1682 zum ersten Mal amerikanischen Boden betrat. New Castle war auch Hauptstadt seiner neu gegründeten Kolonie Pennsylvania, bevor er wenige Jahre später Philadelphia gründete. Gegenüber erinnern eben jenes kleine weiße Haus und ein Schienenstrang an die New Castle und Frenchtown Railroad, die zweitälteste Bahnlinie der USA, die 1832 erbaut wurde.

Schließlich stehe ich wieder am New Castle Common, doch bevor ich weiterfahre, will ich noch das Court House besichtigen. Das historische Gerichtsgebäude ist Teil des First State National Historic Park und wird heute von Rangern des National Park Service verwaltet. 1732 erbaut, war das Gebäude bis 1777 auch das Parlament von Delaware, denn bis zu jenem Jahr war New Castle die Hauptstadt, bevor die Politiker nach Dover umzogen.

Im Inneren des Gebäudes werde ich von einer Rangerin empfangen und kurz in die Geschichte eingeführt. Zuerst besichtige ich den Gerichtssaal und lerne mehr über die ersten Verhandlungen, die hier stattfanden. Im Obergeschoss war hingegen das Parlament ansässig. Auch diese Räume erzählen noch heute viel von der historischen Bedeutung, denn Delaware war der erste Bundesstaat der USA und dieses Gebäude das erste Kapitol in der ersten Hauptstadt.

An das Gerichtsgebäude angeschlossen ist das Sheriffs House, in dem nicht nur die Gesetzeshüter lebten, sondern wo auch das erste Gefängnis des Staates zu finden war.

Nun wird es Zeit für mich aufzubrechen. Doch bevor ich endgültig abfahre, stoppe ich noch kurz am Dutch House. Dieses Gebäude wurde zwischen 1664 und 1682 noch für die ersten holländischen Siedler erbaut und ist heute ein Museum.

Nur ein kleines Stück weiter steht die 1892 erbaute Old Library, die heute als Ausstellungsraum der New Castle Historical Society genutzt wird.

New Castle Court House Museum

First State National Historic Park

211 Delaware St, New Castle, DE 19720

Di-Sa 10-16:40 Uhr, So 13:30-16:30

Eintritt frei

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