Jagdschloss Groß Schönebeck, Schorfheide, Brandenburg

Preu­ßens Sol­da­ten­kö­nig, Fried­rich Wil­helm I., ließ das heu­ti­ge Schloss Groß Schö­ne­beck im 18. Jahr­hun­dert errich­ten. Mehr als 100 Jah­re spä­ter nut­zen es die deut­schen Kai­ser und auch im Drit­ten Reich sowie zu DDR Zei­ten wur­de in der Schorf­hei­de gejagt. Heu­te sind das Schloss und die umlie­gen­den Gebäu­de Muse­um und erzäh­len Geschich­ten aus meh­re­ren Jahr­hun­der­ten, in denen die­ses Gebiet ein Aus­flugs­ziel für die Gro­ßen und Mäch­ti­gen war. 

Son­der­lich groß ist es nicht, das Jagd­schloss in der Schorf­hei­de. Wie ein Schloss sieht der ein­fa­che, quad­er­för­mi­ge Bau auch nicht unbe­dingt aus. Und doch haben sich hier einst Kai­ser und Köni­ge, Mini­ster und Prä­si­den­ten die Klin­ke in die Hand gege­ben. Heu­te jedoch kann jeder ein­tre­ten, der für 7.00 Euro ein Ticket zur Besich­ti­gung gelöst hat.

Schon in der Ein­gangs­hal­le ist deut­lich zu sehen, wel­chen Zweck die­ses Schloss einst erfüll­te. Über­all hän­gen Jagd­tro­phä­en und ste­hen Möbel, die aus Gewei­hen gefer­tigt wur­den, ja sogar die Wän­de sind im Grün­ton des Wal­des gestrichen.

Der Haupt­teil der Aus­stel­lung aber befin­det sich im Ober­ge­schoss, wo einst die preu­ßi­schen Kai­ser und Köni­ge näch­tig­ten. Heu­te ist davon nicht mehr viel zu sehen, denn Mobi­li­ar und Aus­stat­tung sind im Lau­fe der Jahr­zehn­te abhandengekommen.

Dafür gibt es vie­le Fotos und Doku­men­te zu sehen, die die letz­ten deut­schen Kai­ser bei der Jagd in der Schorf­hei­de zei­gen. Auch Waf­fen und ande­re Gegen­stän­de aus die­ser Zeit sind aus­ge­stellt. So gibt es Schuss­bü­cher, Jagd­hör­ner und sogar Geschirr.

Beson­ders präch­tig ist immer noch der gro­ße Saal aus­ge­stat­tet. Neben einem geschnitz­ten Kamin­sims fällt vor allem die Stuck­decke ins Auge, die noch heu­te die Königs­kro­nen zeigt.

Ein wei­te­rer Raum ist ganz dem Sol­da­ten­kö­nig, Wil­helm I., gewid­met. Er soll hier in der Schorf­hei­de den Grund­stock für das preu­ßi­sche Beam­ten­tum gelegt haben. Im Jahr 1722 dien­te die­ser Raum dem König als Schreib­zim­mer und zeigt heu­te eine Kopie sei­ner hand­schrift­li­chen Auf­zeich­nun­gen. Außer­dem wird dar­an erin­nert, dass es Wil­helm I. war, der die Schul­pflicht einführte.

Hin­ter dem Schloss gibt es einen wei­te­ren Aus­stel­lungs­raum in einer ehe­ma­li­gen Scheu­ne. Hier wird gezeigt, wie und von wem das Jagd­ge­biet in den letz­ten 100 Jah­ren genutzt wurde.

Der erste Teil der Aus­stel­lung wid­met sich unter dem Titel „Jagd und Macht” der Zeit des drit­ten Rei­ches, als in der Schorf­hei­de ein rie­si­ges Jagd­ge­biet mit neu­en Unter­künf­ten ange­legt wur­de. Die­se wur­den 1945 zerstört.

Doch die Schorf­hei­de selbst ver­lor nicht an Attrak­ti­vi­tät. Beson­ders Erich Hon­ecker und eini­ge sei­ner Mini­ster lieb­ten es hier zur Jagd zu gehen. Davon zeu­gen nicht nur Bild­do­ku­men­te, son­dern auch Aus­stel­lungs­stücke wie die Jacke des Staats­rats­vor­sit­zen­der der DDR.

Auch Besuch aus der BRD emp­fing Hon­ecker in der Schorf­hei­de, so u.a. Bun­des­kanz­ler Hel­mut Schmidt.

Aus­zeich­nun­gen und Urkun­den zei­gen die Bedeu­tung, die der Jagd in der DDR zuteilwurde.

Im Ober­ge­schoss der Scheu­ne stellt eine wei­te­re Aus­stel­lung die Schorf­hei­de selbst vor und geht auch auf den heu­ti­gen Tier- und Pflan­zen­be­stand ein. Noch immer hat sich das Gebiet nicht völ­lig von der über­mä­ßi­gen Jagd erholt, aber lang­sam erobert die Natur das heu­ti­ge Nah­erho­lungs­ge­biet zurück. Sogar der Wolf ist hier wie­der gesich­tet worden.

Zu fin­den ist das Jagd­schloss im Ört­chen Groß Schö­ne­beck, das heu­te zur Gemein­de Schorf­hei­de gehört, die das Muse­um auch ver­wal­tet und hier gleich­zei­tig eine Tou­ri­sten­in­for­ma­ti­on betreibt. Rund um das Gebäu­de gibt es einen klei­nen Park, der nach der Besich­ti­gung zu einem Auf­ent­halt ein­lädt. Im Besu­cher­zen­trum wird auch ein rund halb­stün­di­ger Film über die Bedeu­tung der Schorf­hei­de als Jagd­re­vier gezeigt.

Mehr zu mei­nen Tou­ren zu Schlös­sern und Her­ren­häu­ser in der Mark Bran­den­burg sowie ganz Deutsch­land ist auf mei­ner Über­sichts­sei­te unter die­sem Link zu finden.

Jagd­schloss Groß Schönebeck 
Schloß­stra­ße 7, 16244 Schorfheide
tgl. 10:00–12:30 und 13:00–16:00 Uhr
Ein­tritt: €7.00 (2023)

Wei­te­re Arti­kel die­ses Ausflugs:

Die Mes­sing­sied­lung und der Finower Was­ser­turm, Eberswalde

Jagd­schloss Groß Schö­ne­beck, Schorfheide

Schiffs­he­be­werk Niederfinow

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Betty

Es gibt nichts, was ich mehr liebe als die Welt zu bereisen. Immer mit dabei ist meine Kamera, wenn ich spannende Abenteuer erlebe und neue Reiseziele erkunde. Das Reisen bereitet mir so viel Freude, dass ich nun auch meine Leser an meinen Erlebnissen und Erfahrungen teilhaben lassen möchte.

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