Hotel NEPTUN, Warnemünde, Mecklenburg-Vorpommern

Das Hotel Neptun ist wohl das bekannteste Hotel in Warnemünde. Allein durch seine Größe fällt das Hochhaus sofort ins Auge, aber auch die Geschichte machen das Hotel zu einer der bekanntesten Unterkünfte an der Ostseeküsten. Im Jahr 2021 feierte das Haus seinen fünfzigsten Geburtstag, doch das Alter sieht man dem Hotel kaum an. Schon lange wollte ich mir das Neptun einmal genauer anschauen und nun hat das endlich einmal geklappt.

Hotel NEPTUN, Warnemünde – Geschichte

Ganze 64 Meter ist das dritthöchste Gebäude von Rostock hoch und wurde 1971 als Interhotel der DDR eröffnet. Das Hotel wurde so gebaut, dass alle Zimmer mindestens seitlichen Meerblick und einen Balkon haben. Zur Eröffnung gab es 338 Zimmer auf neunzehn Etagen, doch das, wie so eines mehr, hat sich seit der Wiedervereinigung geändert.

Das Hotel liegt direkt am Strand der Ostsee und ist von diesem nur die die Strandpromenade getrennt. Somit hat das Haus auch eine fantastische Lage, die nach der Wende dazu führte, dass das Hotel nicht, wie einige andere Interhotels, abgerissen wurde, sondern neue Eigentümer bekam und umfassend renoviert wurde.

Heute hat das Hotel zwar weniger Zimmer, denn einige wurden vergrößert und auch Suiten eingebaut, doch noch immer ist das Neptun der Inbegriff eines Hotels in Warnemünde und ist mit fünf Sternen ausgezeichnet. Ob es diesem Ruf gerecht wird, wollte ich nun während meines Aufenthaltes herausfinden.

Foto: Hotel Neptun Warnemünde

Wer im Neptun übernachtet, schläft übrigens in bester Gesellschaft, denn im Hotel haben schon viele Prominente wie Fidel Castro, Uwe Barschel, Angela Merkel, Guido Westerwelle, Helmut Schmidt, Sigmund Jähn, Friede Springer, Jürgen von der Lippe, Katrin Sass oder Nina Hagen und viele mehr übernachtet.

Hotel NEPTUN, Warnemünde – Lobby und Check-in

Ich erreiche das Hotel mit dem Auto. Das kann ich für 23 Euro im Hotelparkhaus abstellen oder eben gleich gegenüber im öffentlichen Parkhaus für gut die Hälfte. Da fällt die Entscheidung nicht schwer. Zu Fuß geht es so die wenigen Meter bis zum Haupteingang.

Ich gelange durch den Haupteingang in die großzügige Lobby, die sich im vierstöckigen Unterbau des Hochhauses befindet.

Die Rezeption befindet sich genau gegenüber der Tür. Als ich anreise, muss ich rund zehn Minuten warten, bis ich an der Reihe bin. Der Check-in der Gäste vor mir geht doch eher langsam voran. Die Begrüßung ist dann auch eher nordisch kühl und ich bekomme recht zügig meine Zimmerkarte für ein Zimmer im 13. Stock. Nachdem ich meinen Wunsch nach einem Zimmer mit Blick auf den Leuchtturm äußere, wird das aber sofort umgesetzt und ich bekomme eine neue Schlüsselkarte für ein Zimmer im 18. Stock. Außerdem werden mir kurz die Einrichtungen des Hotels wie Restaurants und Spabereich erklärt.

Ansonsten gibt es in der Lobby noch eine gemütliche Sitzecke sowie die Lobbybar, die ich später noch vorstellen werde.

Hotel NEPTUN, Warnemünde – Einzelzimmer

Mit dem Fahrstuhl geht es für mich erst einmal in den achtzehnten Stock. Die Fahrstühle sind recht klein und so kann es zu kurzen Wartezeiten kommen. Anscheinend sind die Schächte noch original und nur die Fahrstuhlkabine ausgetauscht worden.

Das Neptun verfügt übrigens über richtige Einzelzimmer und genau solch ein Zimmer habe ich auch gebucht. Normalerweise bin ich kein Fan solcher Zimmer, doch hier war ich auf die Umsetzung gespannt. Zuerst stehe ich aber in einem kleinen Flur, von dem rechts die Tür ins Bad abgeht.

Der erste Blick ins Zimmer zeigt einen doch sehr kleinen Raum. Die Zimmer, die hier vor fünfzig Jahren gebaut wurden, sind doch sehr kompakt. Viel Platz bleibt da nicht.

Immerhin gibt es im Einzelzimmer ein überbreites Bett. Wenn andere Zimmer so ausgestattet wären, würde ich öfter auch Einzelzimmer buchen. Allerdings ist das auch schon alles, was mir an dem Bett gefällt, denn es ist leider unglaublich hart. Ich kann mich nur an wenige Hotels mit ähnlich harten Betten erinnern und die waren nicht im Fünf-Sterne-Bereich angesiedelt. Die Matratze ist so hart, dass ich das Gefühl habe, auf Brettern zu schlafen. Da helfen auch die zwei guten Kopfkissen nicht. Am Morgen tun mir alle Knochen weh. Es ist mir unbegreiflich, wie man solch ein Bett anbieten kann.

An der gegenüberliegenden Wand stehen ein Schreibtisch und eine Kommode mit dem Flachbildfernseher.

Auf der Kommode ist eine Kaffeemaschine zu finden, hinter der Schranktür verbirgt sich die Minibar.

Am Fußende des Bettes stehen noch ein Sessel sowie ein Tisch. Da es sich hier um ein Einzelzimmer handelt, gibt es so ausreichend Sitzgelegenheiten.

Im Flur, neben der Tür zum Bad, befindet sich ein kleiner Einbauschrank, der auch die einzige Ablagefläche des Zimmers für Gepäck ist. Den Gepäckbutler woanders aufzustellen, ist aufgrund der Zimmergröße fast unmöglich. Mit großem Gepäck sollte man hier also eher nicht anreisen.

Sehr positiv finde ich, dass auch in Zeiten von Corona eine tägliche Zimmerreinigung angeboten wird und das nicht als Ausrede zur Streichung des Service genutzt wird, wie in so vielen anderen Hotels.

Das Bad ist dann wirklich winzig. Es gibt einen Waschtisch und eine Dusche, doch Platz zum Drehen bleibt kaum. Leider verströmt der Abfluss in der Dusche auch einen recht unangenehmen Geruch, der nur nach dem Duschen kurze Zeit verschwindet. Dazu ließ in diesem Zimmer Wasser unter der Toilette heraus. Das wurde allerdings nach einem Anruf an der Rezeption sofort von einem Haustechniker behoben.

Sehr gewöhnungsbedürftig für ein Fünf-Sterne-Haus finde ich dann auch die doch recht spartanische Ausstattung mit Hygieneprodukten. Gerade mal Shampoo/ Duschgel und Lotion gibt. Besonders die Flasche mit Shampoo und Duschgel in einem erwartet man doch eher in einem Motel.

Die Dusche ist hingegen sehr gut mit Regenduschkopf und Handbrause ausgestattet. Der Clou aber ist das kleine Bullauge, das Tageslicht in das Bad bringt und einen Blick in das Zimmer erlaubt.

Toll ist natürlich auch der kleine Balkon. Schade nur, dass dieser recht ungepflegt wirkt und es keine Möbel gibt. Da ich Stühle und Tisch auf Bildern gesehen habe, kann es allerdings sein, dass man diese im Winter abräumt. Mit Bestimmtheit sagen kann ich das allerdings nicht.

Wirklich grandios ist die Aussicht auf die Ostsee und Warnemünde aus dem 18. Stock. Allein deshalb würde ich immer wieder den recht moderaten Aufpreis für ein Zimmer in den oberen Stockwerken zahlen. Klar, das Meer sieht man von jedem Zimmer, doch das Panorama von hier oben ist einfach Spitze.

Absolut Fünf-Sterne-würdig ist dann wieder der angebotene Abendservice. Der findet hier übrigens auf Wunsch statt.

Abschließend möchte ich nochmal kurz ein Bild des Rettungsplanes zeigen, dass die Lage der einzelnen Zimmer deutlich macht und auch zeigt, dass andere Zimmer nur größer sind oder gleich groß wie meines.

Hotel NEPTUN, Warnemünde – weitere Zimmerkategorien

Neben Einzelzimmern wie meinem, gibt es natürlich auch Doppelzimmer, die sich deshalb von der Größe nicht wirklich unterscheiden.

Foto: Hotel Neptun Warnemünde

Etwas größer sind dafür die Eckzimmer, die sich auf jeder Etage direkt an der vorderen Ecke des Gebäudes befinden und direkten Meerblick nach zwei Seiten sowie auch einen größeren Balkon bieten.

Foto: Hotel Neptun Warnemünde

Hotel NEPTUN, Warnemünde – Pool, Wellness und Fitness

Zum Hotel gehört ein großzügiger Spa- und Wellnessbereich namens Neptun Spa. Für Hotelgäste sind alle Einrichtungen kostenfrei nutzbar. Was allerdings anzumerken ist, im Zimmer gibt es zwar Slipper, doch mit diesen soll nicht in den Wellnessbereich gegangen werden. Dazu sollen Badeschlappen genutzt werden, die man besser selbst mitbringt, da die an der Rezeption angebotenen mit über zwanzig Euro doch recht teuer sind.

Gleich neben der Rezeption gibt es einen kleinen Bistrobereich, in dem kleine Snacks und Speisen angeboten werden.

Der eigentliche Zugang zum Spa erfolgt mittels Zimmerkarte durch diese Schranke.

Ein Highlight ist natürlich der große Pool, der wirklich wunderbar zum Schwimmen geeignet ist. Der Clou, das Wasser kommt frisch aus der Ostsee und wurde vorher natürlich gereinigt.

Rund um den Pool gibt es viele Liegen und sogar einen Strandkorb.

Gleich nebenan ist das Fitnesscenter zu finden, das gut ausgestattet ist und teilweise Meerblick bietet.

Ein weiteres Highlight ist der riesige Saunabereich, in dem es verschiedene Sauna, Dampfbäder und Erlebnisduschen gibt.

Ebenfalls sehr schön ist der Ruhebereich mit seinen bodentiefen Glasfenstern.

Hotel NEPTUN, Warnemünde – Restaurants und Bars

Ein Hotel von der Größe des Neptun verfüg natürlich auch über mehrere Bars und Restaurants. Gleich in der Lobby befindet sich die Lobbybar, an der es jeden Abend Livemusik gibt.

Nebenan gibt es etwas, das ich so eher selten gesehen habe, einen echten Rauchersalon mit Barservice, der aber komplett vom Rest der Bar und der Lobby abgeschirmt ist.

Schon seit der Hoteleröffnung gibt es im Neptun die Grillstube Broiler, die noch immer den originalen namen trägt und inzwischen Kult ist. Hier werden vor den Augen der Gäste die frischen Grillhähnchen gebrutzelt und anschließend mit Pommes und hausgemachten Soßen serviert.

Foto: Hotel Neptun Warnemünde

Toll ist auch der kleine Exkurs in die Geschichte des Hotels, der sich in der Speisekarte befindet. Hier zu sehen auch ein Bild der Grillstube, wie sie zur Eröffnung ausgesehen hat.

Und natürlich probiere auch ich den originalen Neptun-Broiler, der übrigens ausgezeichnet schmeckt.

Gleich nebenan befindet sich das Weineck mit mediterranen Spezialitäten und mecklenburger Küche. Dazu werden natürlich verschiedene Weine serviert.

Foto: Hotel Neptun Warnemünde

Ebenso im Neptun ist das höchste Café in Mecklenburg-Vorpommern zu fidnen, das Panorama Cafe. Seine Lage im 19. Stock des hauses garantiert einen tollen Blick auf das Meer und so ist das Restaurant auch bei auswärtigen Gästen sehr beliebt. Eine Reserveirung ist hier fast schon ein Muss, da es sonst besonders zu den Essenszeiten schwierig werden kann, einen Platz zu finden- Am Abend verwandelt sich das Café übrigens in die Skybar und dann kann hier bis in die Morgenstunden gefeiert werden.

Foto: Hotel Neptun Warnemünde

Hotel NEPTUN, Warnemünde – Frühstück

Das Frühstück wird im Restaurant Genusshafen serviert, das derzeit nur für Hotelgäste geöffnet hat, außer zum Sonntagsbrunch. Der große Raum wird zu Stoßzeiten schnell voll und dann kann es auch zu etwas Gedränge am Buffet kommen.

Hier werden die üblichen warmen und kalten Speisen angeboten. Schade, dass Eierspeisen nicht auch nach Wunsch zubereitet werden.

Besonders lecker ist das Angebot an Törtchen und Kuchen.

Hotel NEPTUN, Warnemünde – Fazit

Mein Fazit des Hotel Neptun fällt etwas durchwachsen aus. An einige Stellen ist es durchaus ein Fünf-Sterne-Haus, an anderen würde ich eher nur vier Sterne vergeben. Was für mich aber ein absolutes nogo war, war das extrem harte Bett. Das war so schlimm, dass es mich sogar von einem zweiten Aufenthalt abbringen würde. Ich habe hier einfach extrem schlecht geschlafen.

Highlights waren für mich einmal der absolut fantastische Blick vom balkon sowie der tolle Meerwasserpool. Normalerweise bade ich nicht so gerne in Salzwasser, doch dieser Pool ist einfach toll. Alleine wegen dem Pool könnte ich mir vorstellen, hier wieder einmal zu übernachten.

Gut waren auch das Essen im Restaurant und das Frühstück, sodass ich hier nichts zu bemängeln habe. Auch das Personal war durchweg freundlich und hat sich schnell um meine Belange gekümmert.

Foto: Hotel Neptun Warnemünde

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Betty

Es gibt nichts, was ich mehr liebe als die Welt zu bereisen. Immer mit dabei ist meine Kamera, wenn ich spannende Abenteuer erlebe und neue Reiseziele erkunde. Das Reisen bereitet mir so viel Freude, dass ich nun auch meine Leser an meinen Erlebnissen und Erfahrungen teilhaben lassen möchte.

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